Delirprophylaxe auf Intensivstationen mit Haloperidol? Funktioniert leider nicht :-(

Wie das Deutsche Ärzteblatt hier berichtet, ist die prophylaktische Gabe von Haloperidol auf Intensivstationen nicht geeignet, die Entwicklung eines Delirs zu verhindern. Zwischen 30% und 80% aller Patienten auf Intensivstationen entwickeln ein Delir. Daher stellt sich die Frage, ob das in der Therapie des Delirs wirksame Haloperidol einen schĂŒtzenden Effekt hat. Dies untersuchten niederlĂ€ndische Wissenschaftler in einer multizentrischen Studie, deren Ergebnisse im JAMA veröffentlicht worden sind. Das Ergebnis lautet leider, dass Haloperidol keinen prophylaktischen Effekt hat. Das Paper kann als PDF kostenlos hier geladen werden.

Was hat sich bislang bewÀhrt in der Delirprophylaxe auf Intensivstationen?

  • FĂŒr gute Orientierung sorgen: Den Patienten immer wieder sagen, wo sie sind, was gerade geschieht, was gemacht wird.
  • Sicherstellung der Versorgung mit Brille und HörgerĂ€t
  • Besuch durch Familienangehörige
  • Tag/Nachtrhythmus möglichst erhalten
  • FrĂŒhe Mobilisierung
  • Ausreichend FlĂŒssigkeitszufuhr
  • Keine vermeidbare anticholinerge Medikation
  • Bei Ă€lteren Patienten: Möglichst keine Benzodiazepine
  • Keine unnötige Sedierung
  • Sparsame Medikation, insbesondere Vorsicht mit ß-Blockern, Digitoxin, Diuretika, Kortikoiden, NSAR, Metoclopramid, H2-Blockern, Cephalosporinen, Gerase-Hemmen und Aminoglykosiden (Quelle)

2 Gedanken zu “Delirprophylaxe auf Intensivstationen mit Haloperidol? Funktioniert leider nicht :-(

  1. Mario Koller 26. Februar 2018 / 14:08

    Ist doch ganz klar da es nicht funktioniert.Haloperidol ist ein schĂ€dliches Neuroleptikum.Also praktisch Gift fĂŒr den Körper.Wie soll sowas funktionieren?Idiotisch.

    • Peter 26. Februar 2018 / 16:37

      Überhaupt nicht idiotisch! Eine wichtige Studie, da viele Pat. auf Intensivstationen ein Delir entwickeln und es gute Studien ĂŒber die (vorhandenen, teils schweren) Langzeitfolgen gibt. Wenn ein Delir vorliegt, ist Haldol immer noch eins der wichtigsten Medikamente zur Therapie. Siehe auch die entsprechenden Leitlinien.

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