Überarbeitung des Kapitels zu Lamotrigin im Buch…

Es ist gute Sitte, neue und von Grund auf überarbeitete Kapitel in meinem Buch Psychopharmakotherapie griffbereit hier zur Diskussion zu stellen. Der Text dieser Überarbeitung des Kapitels Lamotrigin steht daher unter Copyright. Ich bitte euch, ihn zu lesen und in den Kommentaren Verbesserungsvorschläge zu formulieren.

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Es gibt ja nun auch ein Video zu Lamotrigin, das findest Du hier:

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Alles, was Du über Risperidon wissen möchtest …

Zu Risperidon habe ich auch ein ausführliches Video auf meinem YouTube-Kanal gemacht. Schau es dir hier an:

Ich habe das Kapitel für die nächste Auflage meines Buches (die aber nicht vor 2023 kommen wird) überarbeitet, besser lesbar gemacht und übersichtlicher gestaltet. Wie es gute alte Tradition ist, veröffentliche ich hier den Textentwurf (dieser Text steht daher ausnahmsweise unter Copyright). Ich bitte euch, mir Rückmeldung zum Text zu geben, auf Fehler oder Unvollständigkeiten hinzuweisen und mir zu sagen, wie ich es verständlicher beschreiben könnte.

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Phasenprophylaktika stabilisieren nicht die Stimmung innerhalb eines Tages

Was können Phasenprophylaktika?

Phasenprophylaktika wie Lithium, Carbamazepin, Valproat und andere verhindern und lindern in einem Zeitfenster von mehreren Jahren depressive, manische und submanische Phasen. Das ist es, was man von ihnen erwarten kann. In meinem Buch habe ich dies so dargestellt:

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Durchführung eines Corona Abstriches

So führst du einen Corona-Abstrich durch: Anlegen eines normalen OP-Mundschutzes (keine FFP-2 Maske), Handschuhe und Kittel. Das Ziel ist es, die hintere Rachenwand abzustreichen, also die Wand hinter dem Gaumensegel, hinter dem Zäpfchen, was unangenehm ist und Würgereiz auslösen kann. Aber hier, an der hinteren Rachenwand, ist das Virus am ehesten nachweisbar. Daher versuchst Du, mit dem Wattestäbchen durch den Mund so weit wie möglich nach hinten an die hintere Rachenwand zu kommen und hier den Abstrich zu nehmen. An beiden Seiten ein paar mal das Röhrchen gegen die hintere Rachenwand streichen.

Wenn Du ein flexibles Abstrichröhrchen hast, kannst Du auch einen Abstrich durch die Nase machen, eine ausgezeichnete Videoanleitung hierfür findest Du hier.

Danach: Stäbchen an der Sollbruchstelle halbieren, in das Röhrchen mit dem Roten Deckel tun. Dies in die weiße Umverpackung mit Watteeinsatz tun. Laborschein mit Anforderung „SARS-CoV-2 PCR“ ausfüllen. Zusätzliches Etikett „Infektiös“ mit Risikoeinteilung (Kontaktperson / wahrscheinlich infiziert / symptomatisch) dazu tun. Dies in einen Umschlag packen und diese in eine Laborkiste packen. Dann mit dem normalen Labortransport zum Labor bringen lassen. Laut RKI dürfen diese Kisten so verpackt auch per Taxi transportiert werden, die Laboratorien sehen das aktuell noch unterschiedlich, bei Bedarf nach einer Taxifahrt bitte zuerst mit dem Labor telefonieren, ob das geht.

 

Vertragen sich meine Psychopharmaka mit Alkohol?

Die meisten Ärzte sagen dazu: „Nein, verzichten sie am Besten ganz auf Alkohol, wenn sie Medikamente einnehmen“. Das ist ja auch ein gut gemeinter Rat. Aber die Wahrheit ist etwas differenzierter. Wenn du wirklich wissen willst, welche Wechselwirkungen zwischen Alkohol und bestimmten Psychopharmaka typischerweise auftreten können, und welche Überlegung ich anstelle, wenn ich diese Frage beantworte, dann guck dir dieses Video an…

Midazolam nasal ist eine gute Option zur Sedierung im Notfall

MAD System  Midazolam

Midazolam

  • wird überwiegend in der Anästhesie und Notfallmedizin verwendet
  • ist ein Benzodiazepin mit einer sehr kurzen Halbwertszeit von ca. 1,5 – 2,5 Stunden
  • kann im Notfall als Nasenspray verabreicht werden
  • wird im Notfall bei Erwachsenen mit 10 mg dosiert, wobei 5 mg pro Nasenloch appliziert werden
  • fällt in Einheiten von mehr als 15 mg je abgeteilter Einheit unter die Betäubungsmittel

In der Anästhesie wird Midazolam gerne zur Prämedikation vor Operationen, auf Intensivstationen zur Dauersedierung oder zusammen mit Ketamin im Rahmen von Narkosen verwendet. Im Rettungsdienst wird es schon länger zur Behandlung von Krampfanfällen gegeben. Gerade hier ist eine nasale Gabe über einen Zerstäuber sehr praktisch, da es während eines Krampfanfalles schwierig ist, einen intravenösen Zugang zu legen. In den letzten Jahren hat Midazolam als nasale Gabe eine zusätzliche Nische gefunden. Auch bei einem psychiatrisch bedingten akuten Erregungszustand kann man Midazolam gut nasal applizieren. Es führt in dieser Situation zu einer zügigen Sedierung und Entaktualisierung. Die nasale Gabe ist gerade im Rahmen einer Zwangsmedikation für Behandler und Patienten sicherer als die intravenöse Gabe.

Pharmakologie

Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin. Wenn es – wie hier beschrieben – im Rahmen der Sedierung bei akutem Erregungszustand nasal verabreicht wird, umgeht man den first-pass-Effekt. Die Wirkung tritt oft bereits nach wenigen Minuten ein.

Fallbeispiel

Der aus Vorbehandlungen gut bekannte 35 jährige Herr M. leidet seit einigen Jahren unter einer drogeninduzierten Psychose. Unter Drogenintoxikationen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu ausgeprägten Erregungszuständen, teilweise mit fremdaggressivem Verhalten. Aktuell wird Herr M. von der Polizei auf der Rechtsgrundlage eines PsychKG´s zur Klinik gebracht. Er ist mit Handschellen fixiert, dennoch im Rahmen eines akuten Erregungszustandes nur schwer zu halten. In gesunden Zeiten hat der Patient eine Patientenverfügung erstellt, in der er dem Einsatz von Midazolam Nasenspray zu Sedierung in solchen Situationen zugestimmt hat. Darauf angesprochen stimmt er auch jetzt der Gabe von Midazolam Nasenspray zu. Der Dienstarzt nimmt sich eine Ampulle Midazolam mit 15 mg Midazolam in 3 ml Injektionslösung und zieht sie unverdünnt in eine 5 ml Spritze auf, so dass in der Spritze nun 15 mg Midazolam sind. An der Spitze der Spritze bringt er einen Mikrozerstäuber zur Vernebelung des Wirkstoffes mit darunterliegendem Schaumstoffkonus (Mucosal Atomization Device, MAD) an. Er gibt in jedes Nasenloch des Patienten einen Milliliter, entsprechend 5 mg pro Seite, dabei hält er das andere Nasenloch zu und bittet den Patienten, einzuatmen. Danach verbleibt ein Milliliter, entsprechend 5 mg Midazolam in der Spritze. Diese Dosis könnte bei unzureichender Wirkung nach einigen Minuten nachgegeben werden. Nach 5 Minuten beruhigt sich der Patient sichtlich und eine weitere nasale Medikamentengabe ist nicht erforderlich. Nach einem geordneten Aufnahmegespräch nimmt der Patient eine weitere Medikation oral ein, hierunter auch Lorazepam, das zu wirken beginnt, bevor der Effekt des recht kurzwirksamen Midazolams ganz abgeklungen ist.

In oben beschriebenen Fall ist die Rechtsgrundlage der Verabreichung die Freiwilligkeit. Je nach Bundesland gibt es sehr unterschiedliche Rechtsgrundlagen für Zwangsmedikationen. Ist eine Rechtsgrundlage für eine Zwangsmedikation vorhanden und ist die Indikation gegeben, ist die Gabe von Midazolam nasal eine gut handhabbare, sichere, zügig wirksame und effektive Behandlung.

Dosierung

  • Erwachsene: 10 mg Midazolam nasal, auf beide Nasenlöcher verteilen.
  • Maximale Menge 1–2 ml pro Nasenloch pro Gabe. Bei größeren Mengen fraktionierte Gabe.
  • Bei unzureichender Wirkung kann nach einigen Minuten eine weitere Gabe Midazolam in geeigneter Dosis erfolgen.

Nebenwirkungen

Eine schnelle Sedierung mit Midazolam kann im Einzelfall auch zu einer Übersedierung, schlimmstenfalls mit einem reduzierten Atemantrieb einhergehen. In diesem Fall ist die Gabe des Benzodiazepinantagonisten Flumazenil (z.B. Anexate®) möglich. Nach der Gabe von Midazolam nasal kann es für einige Minuten zu einer lokalen Reizung der Nasenschleimhaut kommen. Die Patienten berichten dann ein Brennen in der Nase. Dagegen ist Lidocain-Spray wirksam.

Mein persönliches Fazit

Die nasale Gabe von Midazolam ist selbst in unruhigen Situationen einfach. Es besteht sowohl für den Patienten als auch für die Behandler ein deutlich niedrigeres Verletzungsrisko im Vergleich zu einer i.v. Medikation mit einer scharfen Nadel. Da der first-pass-Effekt umgangen wird ist die Bioverfügbarkeit gut und es kommt zu einem schnellen Wirkungseintritt, oft nach etwa 5 Minuten. Ich habe Midazolam inzwischen in mehreren psychiatrischen Notfällen mit Erfolg eingesetzt und empfehle Behandlungsteams im Rettungsdienst und in psychiatrischen Kliniken, mit dieser Behandlungsoption Erfahrungen zu sammeln.

Habt ihr Erfahrung mit Midazolam nasal im Notfall? Schreibt sie gerne hier in die Kommentare!

Literatur

Wanka, Medikamente im Rettungsdienst (ISBN 978–3–13–240087–0), © 2016 Georg Thieme Verlag KG

Copyright

Dieser Beitrag ist ein Auszug beziehungsweise eine auszugsweise Vorabveröffentlichung des Werks „Psychopharmakotherapie griffbereit“ von Dr. Jan Dreher, © Georg Thieme Verlag KG. Die ausschließlichen Nutzungsrechte liegen beim Verlag. Bitte wenden Sie sich an permissions@thieme.de, sofern Sie den Beitrag weiterverwenden möchten.

Antidepressiva: Äquivalenzdosen und Umrechnungstabelle

Wie rechnet man Antidepressiva ineinander um? Bezugsgröße dieser Tabelle ist Citalopram. Beispiel: 20 mg Citalopram entsprechen etwa 10 mg Escitalopram, 50 mg Sertralin, 75 mg Venlafaxin, 60 mg Duloxetin, 30 mg Mirtazapin oder 60 mg Amitriptylin. Eine exakte 1:1-Umrechnung gibt es nicht — die Tabelle zeigt, bei welcher Dosierung eine ähnliche Wirkstärke zu erwarten ist.

Antidepressiva-Umrechnungstabelle (Äquivalenzdosen)

Die Spaltenüberschriften geben die äquivalente Citalopram-Dosis an. Wer waagerecht liest, findet zu jeder Citalopram-Dosis die entsprechende Dosis der anderen Antidepressiva.

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Das Delir

Zu diesem Thema habe ich auch ein Video bei YouTube gepostet, das findet ihr hier:

Man braucht ja immer mal einen Lehrbuchtext zum Delir. Ich habe hier einen Vorschlag erstellt. Dieser Vorschlag steht mit Blick auf die mögliche zukünftige Verwertung mal nicht unter creative commons, sondern das Copyright bleibt bei mir. Wer Lust und Zeit hat, mag ihn lesen und mir Hinweise geben, wie ich ihn noch weiter verbessern könnte. Oder sagen, dass er schon ganz gut ist… 🙂

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Super Übersichtsarbeit „Delir im Krankenhaus“ im Ärzteblatt

In der aktuellen Auflage des Ärzteblatts findet sich ein ausgezeichneter Übersichtsartikel zum Thema Delir im Krankenhaus, online findet ihr ihn zum kostenlosen PDF-Download hier. Wer im Krankenhaus arbeitet, hat mit absoluter Sicherheit immer mal wieder mit Delirien zu tun, und gerade bezüglich dieses Krankheitsbildes gibt es einen reichlich wuchernden Wald an Halbwissen, Fehlannahmen, nicht evidenzbasiertem Handeln und tatsächlich offenen Fragen. Umso erfreulicher ist, dass die Autoren Zoremba und Coburn hier Licht in den Wildwuchs bringen und beschreiben, was man über Diagnostik und Therapie des Delirs im Krankenhaus wissen sollte. Ich empfehle daher jedem Krankenhausarzt, diesen Artikel im Original zu lesen. Als teaser kann ich zur raschen Lektüre hier allerdings auch mal meine take-away-Punkte aufführen:

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Neu: Ein Verzeichnis guter kostenloser deutschsprachiger Blogs, Video-Kanäle, Podcasts und Fortbildungsangebote für alle Fachbereiche der Medizin

FOAM, oder Free Online Medical Education ist im englischsprachigen Raum ein bekannter Begriff, und es gibt auch Seiten, die auf Blogs, YouTube-Channel oder Podcasts verweisen.

Im deutschsprachigen Raum finden sich ebenfalls eine Reihe von guten Seiten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, medizinisches Wissen für alle Interessierten zugänglich zu machen. Aber ein Verzeichnis solcher Seiten, das nicht nur über eine medizinische Fachrichtung informiert, sondern Ressourcen zu allen Fachrichtungen zusammenstellen möchte, gab es bislang noch nicht.

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