Corona Update 21.03.2020, 12:00

Die Situation ändert sich aufgrund der Corona-Krise auch in den psychiatrischen Kliniken täglich. Hier sind ganz spezifische Entscheidungen zu treffen, und oft müssen sie sehr pragmatisch getroffen werden. In dieser Situation ist es hilfreich, sich mit anderen Kliniken auszutauschen, wer wie vorgeht. Einen Teil unserer Regelungen möchte ich hier aufschreiben, um in diesem Austausch etwas beizutragen.

Allgemeine Maßnahmen

Hygiene

  • Bei allen zwischenmenschlichen Begegnungen halten wir 2 Meter Abstand.
  • Wir halten bei allen Treffen jeden zweiten Stuhl frei.
  • Handhygiene: Bitte auf ausreichendes Händewaschen und Desinfizieren achten. Keine Ringe tragen.
  • Dienstkleidung: Alle Mitarbeiter mit direktem Patientenkontakt tragen vom Krankenhaus gestellte Dienstkleidung.
  • Schutzkleidung: Zum Erstkontakt und zur Abklärung eines Verdachtes werden normale OP-Masken und Handschuhe verwendet. Üblicherweise werden in der Pflege und Behandlung im Nahbereich bei hochansteckenden Erkrankten wie Influenza-Kranken oder jetzt COVID19-Kranken FFP2-Masken verwendet, diese sind aber gegenwärtig knapp. Pro Schicht und Person nur eine Maske, das gilt im Moment auch für die normalen OP-Masken. Masken werden diebstahlgeschützt gelagert. Schutzkleidung und Abstrichröhrchen werden zentral gelagert.
  • Corona-Abstrich: Hier beschreibe ich, wie ein Corona-Abstrich durchgeführt wird.

Social Distancing im psychiatrischen Krankenhaus

Ebenso wie auf dem Rest der Welt versuchen wir auch im Krankenhaus, Social Distancing zu praktizieren. Dazu zählen folgende Maßnahmen:

  • Die Frühkonferenz ist in der Teilnehmerzahl auf das nötigste reduziert. Es treffen sich nur noch der Arzt vom Dienst der vergangenen Nacht, der Tagdienst des kommenden Tages, der Chefarzt, die Oberärztinnen der geschützten Stationen, die CaseManagerin, der Pflegedienstleiter und eine Protokoll-führende Sekretärin. Sie mailt den Inhalt der Frühkonferenz innerhalb von 30 Minuten an alle, die bislang an der Frühkonferenz teilgenommen haben.
  • Die Cafeteria ist für Patienten und Mitarbeiter geschlossen.
  • Physiotherapie findet nicht statt.
  • Gruppentherapien werden auf 5 Patient:innen plus einen Therapeuten begrenzt. Gruppentherapien, die früher stationsübergreifend durchgeführt worden sind, werden in kleinere stationsgebundene Gruppentherapien mit maximal 5 Patient:innen aufgeteilt.
  • Sporttherapie findet entweder im 1:1 Setting statt oder in kleinen Gruppen an der frischen Luft unter Einhaltung der Abstandsregelung.
  • Mahlzeiten auf den Stationen werden in zwei Schichten zeitversetzt durchgeführt.
  • Ambulante Ergo- und Sporttherapie wird bis nach Ostern abgesagt.
  • Vorstationäre Aufnahmen werden telefonisch durchgeführt.
  • Personal auf dem Gelände der kooperierenden somatischen Klinik: Mitarbeiter:innen sollen entweder auf dem Gelände der somatischen Klinik oder im Psychiatrischen Krankenhaus arbeiten. Absprachen zwischen beiden Bereichen werden telefonisch durchgeführt.
  • Psychologische Gespräche in somatischen Kliniken werden nach Möglichkeit telefonisch durchgeführt.
  • Externe Therapien wie Gesangstherapie, Ernährungstherapie, Zoobesuche, Klettern, Selbsthilfegruppe Sucht werden ausgesetzt.
  • Fortbildungen und öffentliche Veranstaltungen sind abgesagt.
  • Vorstellungsgespräche für neue Mitarbeiter:innen werden frühestens in 4 Wochen terminiert und dann als Telefonkonferenz geplant.
  • Schüler:innenpraktika finden nicht statt.
  • Gottesdienste in der Klinikkapelle finden nicht statt. Im Intranet findet sich ein Link auf Onlinegottesdienste.
  • Mitarbeiter:innen mit einem besonderen Risikoprofil, insbesondere immunsupprimierte Mitarbeiter:innen, lungenkranke Mitarbeiter:innen und auch Schwangere kontaktieren die Betriebsärztin, kurzfristig übergangsweise den Chefarzt oder dessen Vertreterin. Diese entscheiden über einen Einsatz im Home-Office.
  • Der Pflegedienst wird auf die Früh-, Spät- und Nachtdienst organisiert, keine Mitteldienste oder Zwischenschichten mehr.
  • Alle abgesagten Leistungen wie Fortbildungen oder Gruppenveranstaltungen bitte kurz per Email an die Geschäftsführung mailen.

Betreutes Wohnen

Im betreuten Wohnen wird es neben den bisherigen Tätigkeiten die neue Aufgabe geben, Patienten bei der häuslichen Isolierung zu unterstützen. Dabei sollten die Mitarbeiter:innen den persönlichen Kontakt vermeiden, aber alles tun, um hilfsbedürftige Patient:innen zu unterstützen. Also Organisation der Lieferung von Essen und Medikamenten nach Hause, telefonische Beratung, etc. Direkter Kontakt nur ausnahmsweise unter angemessenen Hygienebedingungen, insbesondere Abstand von 2 Metern zur Patient:in, diese:r sollte einen Mundschutz tragen, auch wenn es sich um einen eigenen Seidenschal des Patienten handelt, und Beachtung der Handhygiene.

Ambulanz

Die meisten Ambulanzen betreiben im Moment weitgehend einen Notbetrieb. Notfälle werden aufgenommen, Bestandspatienten werden weiterbehandelt, aber nach aller Möglichkeit telefonisch und durch Verschicken des Rezeptes beziehungsweise der Überweisung per Post. Wenn es Patientenkontakt gibt, etwa zur Depotvergabe, dann gelten in den Wartezimmern und den Behandlungsräumen die Abstandsgebote. In der Methadonsubstitution soll eine großzügige Indikation zur Take-Home-Vergabe für 7 Tage gestellt werden, im übrigen gelten auch hier das Abstandsgebot sowie die speziellen Hygienegebote. Ambulante Kontakte werden nicht mehr in Arztzimmern auf den Stationen durchgeführt, sondern entweder telefonisch oder bei persönlichem Kontakt nur im Ambulanzgebäude.

Schlaflabor

Das Schlaflabor bleibt bis zum Ende der Osterferien NRW geschlossen.

Tagesklinik

  • Psychiatrische Tageskliniken gehen im Moment unterschiedlich vor, unter anderem in Abhängigkeit davon, ob sie auf dem Gelände einer somatischen Klinik sind oder nicht.
  • Viele Tageskliniken haben ganz geschlossen.
  • Andere Tageskliniken fahren ein reduziertes Programm mit kleinen Gruppengrößen und Einhaltung der Abstands- und Hygienegebote.
  • Wir möchten das Modell einer teilweise „virtuellen Tagesklinik erproben. Wir versuchen ab Montag, die allgemeine Maßnahme des Social-Distancing bei weiterlaufendem Betrieb umzusetzen. Dies kann bedeuten, dass ein Patient einen tatsächlichen Kontakt pro Woche hat, diesen als einziger Patient zu diesem Termin, und hier werden EKG, Blutabnahme, Gespräch mit 2 Metern Abstand geführt. An jedem anderen Tag werden die sonst persönlich erbrachten Leistungen als Telefonat oder Videotelefonat erbracht. Das gilt für psychologische Gespräche, pflegerische Gespräche und sozialarbeiterische Gespräche. Patienten erhalten Informationen, wie sie Sport unter den aktuellen Bedingungen selbst auf eine sichere Art durchführen können. Es wird geprüft, wie ein Gruppenaustausch online stattfinden kann. Eine Klärung der Kostenübernahme für dieses Modell steht zwar noch aus, aus meiner Sicht ist dies aber ein angemessenes Modell für die nächsten Wochen und ich bin guter Hoffnung, dass die Krankenkassen dies auch so sehen.
  • Einige Tageskliniken wollen bei normaler Belegung die neuen Abstands- und Hygienegebote einhalten.

Stationäre Behandlungen

  • Aufnahmen: Wir führen nur noch Notfallaufnahmen durch, keine elektiven verschiebbaren Aufnahmen. Kein Patient darf auf die Station, bevor ihn ein Arzt gesehen hat. Patienten zur Aufnahme melden sich an der Pforte, diese ruft den AvD an, der spricht im im hierfür reservierten Aufnahmezimmer mit dem Patienten. Risikostratifizierung nach dem Schema des RKI.
  • Freie Zimmer vorhalten: Auf jeder Station wird ein Zimmer frei gehalten, um kurzfristig Isolierungen von einzelnen Patienten auf dieser Station möglich zu machen. Frei werdende dritte Betten in Dreibettzimmern werden nicht belegt.
  • Belastungserprobungen nach Hause erfolgen im Regelfall nicht. Wenn sie ausnahmsweise doch erfolgen sollen, dann nach strenger ärztlicher Indikationsstellung und zu einem klaren Zweck. Öffentliche Verkehrsmittel sollen vermieden werden. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen während einer Belastungserprobung nach Hause sollen die Patienten telefonisch Kontakt aufnehmen. Bei der Rückkehr aus der Belastungserprobung macht sich ein Mitarbeiter des Pflegedienstes ein Bild, ob neue Verdachtsmomente vorliegen, in diesem Falle wird der Arzt hinzugezogen.
  • Besuche: Es gilt ein generelles Besuchsverbot, in Ausnahmefällen soll mit den Mitarbeitern der Station der Bedarf abgesprochen werden. Patienten, die nach PsychKG untergebracht sind, haben weiterhin ein Besuchsrecht, allerdings empfehlen wir hier im Einzelgespräch mit den Angehörigen die Wahrnehmung des Besuchsrechtes in Form eines Videotelefonates oder Telefonates.

Planung von räumlich getrennten Stationen mit unterschiedlichem Risikoprofil

Wir haben sowohl für den offen stationären Bereich als auch für den geschlossen stationären Bereich eine Planung aufgestellt, wo welche Patientengruppe behandelt werden kann. Es wäre in der mittelfristigen Zukunft wünschenswert, Patienten, die auf eine Corona-freie Station aufgenommen werden sollen, zunächst zu testen, gegebenenfalls bis zum Ergebnis der Testung auf einer Aufnahmestation zu isolieren, und erst bei negativem Test auf die Station aufzunehmen. Das ist aber aktuell nicht möglich, weil noch die Testkapazitäten fehlen. Solange wird nach klinischer Wahrscheinlichkeit vorgegangen: Fieber oder Husten UND Kontakt zu einer positiv getesteten Kontaktperson: Keine Aufnahme auf eine Corona-freie Station, sondern bevorzugt häusliche Isolierung, bei schwerem somatischen Krankheitsbild Aufnahme auf eine Infektionsstation und bei schwerem psychiatrischen Krankheitsbild, das die Aufnahme in einer psychiatrischen Klinik unabdingbar macht, Aufnahme in einen isolierten Bereich der Psychiatrischen Klinik.

Corona-freie Stationen

Die weit überwiegende Mehrzahl unserer Stationen werden auch in den nächsten Monaten offene und geschlossene Corona-freie Stationen sein. Gesunde und bereits immune Patienten können auf einer Station gemeinsam behandelt werden, hier besteht keine Ansteckungsgefahr.

Isolierte offen geführte Bereiche oder Stationen

Verdachtsfälle, also Patienten mit Symptomen UND Kontaktanamnese, die nicht in häusliche Isolierung geschickt werden können und die nicht auf eine Infektionsstation aufgenommen werden müssen / können, werden zunächst hier aufgenommen. Die Behandlung erfolgt wie bei häuslicher Isolierung: Der Patient soll das Zimmer nicht verlassen, der Kontakt soll so weit als möglich telefonisch erfolgen, Übergabe von Essen und Medikamenten können durch Ablegen vor der Tür erfolgen. Zwei Mal am Tag soll die Temperatur gemessen werden, nach ärztlicher Entscheidung soll ein Rachenabstrich erfolgen, um möglichst schnell Klarheit über den Status zu haben. Der Patient darf sich nach Hause in häusliche Isolierung entlassen. Wenn eine pflegerische Maßnahme erforderlich ist, dann unter Beachtung der Hygienemaßnahmen wie bei Influenza, das heißt idealerweise FFP2-Maske, Handschuhe, Kittel. Aktuell sind FFP2-Masken knapp, hoffentlich ändert sich das bald wieder.

Isolierte geschlossen geführte Bereiche oder Stationen

Wie oben, mit dem Unterschied, dass der Patient die Krankenhausbehandlung nicht beenden darf sondern bleiben muss. Aus organisatorischen Gründen ist der isolierte geschlossen geführte Bereich wahrscheinlich oft getrennt vom isolierten offenen Bereich, das kann man aber auch zusammenlegen und zimmerweise offen oder geschlossen führen.

Kohortenisolierte Station

Wenn ein Patient oder ein Mitarbeiter einer Station positiv auf das Corona-Virus getestet worden ist, kann es sein, dass das Gesundheitsamt eine Kohortenisolierung für diese Station empfiehlt oder auferlegt. Keine Panik, die Station unterscheidet sich dann aktuell kaum von anderen Stationen. Allerdings sollen bis zum Ende der Maßnahme keine Aufnahmen auf die Station erfolgen und keine Verlegungen auf eine andere Station erfolgen. Es sollen auch keine Verdachtsfälle aufgenommen werden, die Patienten einer kohortenisolierten Station durchleben eigentlich das gleiche wie ein Haushalt in häuslicher Isolierung. Bei jeder Patient:in soll zwei Mal am Tag die Temperatur gemessen werden, auf das Auftreten von Husten oder Erkältungssymptomen soll geachtet werden, wenn eines dieser Symptome auftritt, dann Rachenabstrich-PCR machen. Von offenen geführten kohortenisolierten Stationen dürfen sich Patient:innen entlassen lassen, ihnen wird dann die häusliche Isolierung empfohlen. Das Pflegepersonal ist nicht isoliert und darf sich nach dem Dienst zuhause so verhalten, wie jeder andere auch, wobei Umsicht besonders empfohlen ist. Es ist nicht erforderlich, dass jede:r auf der Station einen Mundschutz trägt. Dies schadet zwar nichts, und wenn Mundschütze wieder besser verfügbar sind, kann man hier vielleicht andere Empfehlungen geben, aktuell aber nicht.

Infektionsstationen sind kein Teil der psychiatrischen Klinik

Patienten, die nicht nur Verdachtsfälle sind oder positiv getestet und dabei weitgehend symptomfrei sind, sondern die ernsthaft symptomatisch sind mit Fieber, Husten, möglicherweise Sauerstoffbedarf, gehören nicht ins psychiatrische Krankenhaus sondern auf eine Infektionsstation einer somatischen Klinik oder in eine „Fieberklinik“, deren flächendeckender Aufbau gegenwärtig erwogen oder geplant wird. Die psychiatrischen Kliniken müssen diese Behandlungskategorie gegenwärtig in ihren eigenen Planungen meiner Einschätzung nach nicht berücksichtigen.

Wie geht ihr vor?

Dies hier sind nur meine ganz persönlichen Überlegungen, die sich von Tag zu Tag ändern, sie haben keinen Empfehlungscharakter und sind mit keinem Gremium abgestimmt. Ich bis sehr am Austausch interessiert, wie andere Psychiatrische Krankenhäuser und Diensteanbieter gegenwärtig vorgehen. Schreibt Eure Ideen bitte in die Kommentare.

Corona Update 20.03.2020, 17:00

Die Situation ändert sich aufgrund der Corona-Krise auch in den psychiatrischen Kliniken täglich. Hier sind ganz spezifische Entscheidungen zu treffen, und oft müssen sie sehr pragmatisch getroffen werden. In dieser Situation ist es hilfreich, sich mit anderen Kliniken auszutauschen, wer wie vorgeht. Einen Teil unserer Regelungen möchte ich hier aufschreiben, um in diesem Austausch etwas beizutragen.  

Unsere aktuellen Maßnahmen 

  • Aufnahmen: Wir führen nur noch Notfallaufnahmen durch, keine elektiven verschiebbaren Aufnahmen. Kein Patient darf auf die Station, bevor ihn ein Arzt gesehen hat. Patienten zur Aufnahme melden sich an der Pforte, diese ruft den AvD an, der spricht im im hierfür reservierten Aufnahmezimmer mit dem Patienten. Risikostratifizierung nach dem Schema des RKI.
  • Planung der Trennung von Bereichen für Corona-positive Patienten, Corona-Verdachtsfällen und Corona-negative Patienten. Wir haben sowohl für den offen stationären Bereich als auch für den geschlossen stationären Bereich eine Planung aufgestellt, wo welche Patientengruppe behandelt werden kann. Die Empfehlung des RKI, möglichst getrennte Stationen oder räumlich klar getrennte Bereiche vorzuhalten, haben wir in dieser Planung berücksichtigt.
  • Freie Zimmer vorhalten: Auf jeder Station wird ein Zimmer frei gehalten, um kurzfristig Isolierungen von einzelnen Patienten auf dieser Station möglich zu machen. Frei werdende dritte Betten in Dreibettzimmern werden nicht belegt.
  • Corona-Abstrich: Hier beschreibe ich, wie ein Corona-Abstrich durchgeführt wird.
  • Belastungserprobungen nach Hause erfolgen im Regelfall nicht. Wenn sie ausnahmsweise doch erfolgen sollen, dann nach strenger ärztlicher Indikationsstellung und zu einem klaren Zweck. Öffentliche Verkehrsmittel sollen vermieden werden. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen während einer Belastungserprobung nach Hause sollen die Patienten telefonisch Kontakt aufnehmen. Bei der Rückkehr aus der Belastungserprobung macht sich ein Mitarbeiter des Pflegedienstes ein Bild, ob neue Verdachtsmomente vorliegen, in diesem Falle wird der Arzt hinzugezogen.
  • Besuchsregelung: Es gilt ein generelles Besuchsverbot, in Ausnahmefällen soll mit den Mitarbeitern der Station der Bedarf abgesprochen werden. Patienten, die nach PsychKG untergebracht sind, haben weiterhin ein Besuchsrecht, allerdings empfehlen wir hier im Einzelgespräch mit den Angehörigen die Wahrnehmung des Besuchsrechtes in Form eines Videotelefonates oder Telefonates.
  • Dienstkleidung: Alle Mitarbeiter mit direktem Patientenkontakt tragen vom Krankenhaus gestellte Dienstkleidung.
  • Schutzkleidung: Zum Erstkontakt und zur Abklärung eines Verdachtes werden normale OP-Masken und Handschuhe verwendet. Üblicherweise werden in der Pflege und Behandlung im Nahbereich bei hochansteckenden Erkrankten wie Influenza-Kranken oder jetzt COVID-Kranken FFP2-Masken verwendet, diese sind aber gegenwärtig knapp. Pro Schicht und Person nur eine Maske, das gilt im Moment auch für die normalen OP-Masken. Masken werden diebstahlgeschützt gelagert. Schutzkleidung und Abstrichröhrchen werden zentral in zwei Dienstzimmern gelagert.
  • Handhygiene: Bitte auf ausreichendes Händewaschen und Desinfizieren achten. Keine Ringe tragen.
  • Wir halten bei allen Treffen jeden zweiten Stuhl frei.
  • In der Frühkonferenz treffen sich nur noch der Arzt vom Dienst der vergangenen Nacht, der Tagdienst des kommenden Tages, der Chefarzt, die Oberärztinnen der geschützten Stationen, die CaseManagerin, der Pflegedienstleiter und eine Protokoll-führende Sekretärin. Sie mailt den Inhalt der Frühkonferenz innerhalb von 30 Minuten an alle, die bislang an der Frühkonferenz teilgenommen haben.
  • Das Schlaflabor bleibt bis zum Ende der Osterferien NRW geschlossen.
  • Unsere Cafeteria ist bis auf weiteres für Patienten und Mitarbeiter geschlossen. 
  • Physiotherapie findet nicht mehr statt.
  • Gruppentherapien werden auf 5 Patienten plus einen Therapeuten begrenzt, die Zuteilung erfolgt nach alphabetischer Reihenfolge.
  • Sporttherapie findet entweder im 1:1 Setting statt oder in kleinen Gruppen an der frischen Luft unter Einhaltung der Abstandsregelung. 
  • Mahlzeiten auf den Stationen werden in zwei Schichten zeitversetzt durchgeführt.
  • Ambulante Ergo- und Sporttherapie wird bis nach Ostern abgesagt.
  • Vorstationäre Aufnahmen werden telefonisch durchgeführt.
  • Ambulante Kontakte werden nicht mehr in Arztzimmern auf den Stationen durchgeführt, sondern nach Möglichkeit telefonisch oder bei persönlichem Kontakt nur im Ambulanzgebäude.
  • Personal auf dem Gelände der kooperierenden somatischen Klinik: MitarbeiterInnen sollen entweder auf dem Gelände der somatischen Klinik oder im Psychiatrischen Krankenhaus arbeiten. Absprachen zwischen beiden Bereichen werden telefonisch durchgeführt. 
  • Psychologische Gespräche in somatischen Kliniken werden nach Möglichkeit telefonisch durchgeführt.
  • Externe Therapien wie Gesangstherapie, Ernährungstherapie, Zoobesuche, Klettern, Selbsthilfegruppe Sucht werden ausgesetzt.
  • Fortbildungen und öffentliche Veranstaltungen sind abgesagt.
  • Vorstellungsgespräche für neue Mitarbeiter werden frühestens in 4 Wochen terminiert und dann als Telefonkonferenz geplant.
  • Schülerpraktika finden bis auf weiteres nicht mehr statt.
  • Gottesdienste in der Klinikkapelle finden nicht statt. Im Intranet findet sich ein Link auf Onlinegottesdienste.
  • In der Tagesklinik versuchen wir ab Montag die allgemeine Maßnahme des Social-Distancing bei weiterlaufendem Betrieb umzusetzen. Dies kann bedeuten, dass ein Patient einen tatsächlichen Kontakt pro Woche hat, diesen als einziger Patient zu diesem Termin, und hier werden EKG, Blutabnahme, Gespräch mit 2 Metern Abstand geführt. An jedem anderen Tag werden die sonst persönlich erbrachten Leistungen als Telefonat oder Videotelefonat erbracht. Das gilt für psychologische Gespräche, pflegerische Gespräche und sozialarbeiterische Gespräche. Patienten erhalten Informationen, wie sie Sport unter den aktuellen Bedingungen selbst auf eine sichere Art durchführen können. Es wird geprüft, wie ein Gruppenaustausch online stattfinden kann.
  • Mitarbeiter mit einem besonderen Risikoprofil, insbesondere immunsupprimierte Mitarbeiter, lungenkranke Mitarbeiter und auch Schwangere werden von der Betriebsärztin, kurzfristig übergangsweise vom Chefarzt oder dessen Vertreterin, untersucht. Diese entscheiden über einen Einsatz im Home-Office.
  • Der Pflegedienst wird auf die Früh-, Spät- und Nachtdienst organisiert, keine Mitteldienste oder Zwischenschichten mehr.
  • Alle abgesagten Leistungen wie Fortbildungen oder Gruppenveranstaltungen bitte kurz per Email an die Geschäftsführung mailen.

Durchführung eines Corona Abstriches

So führst du einen Corona-Abstrich durch: Anlegen eines normalen OP-Mundschutzes (keine FFP-2 Maske), Handschuhe und Kittel. Das Ziel ist es, die hintere Rachenwand abzustreichen, also die Wand hinter dem Gaumensegel, hinter dem Zäpfchen, was unangenehm ist und Würgereiz auslösen kann. Aber hier, an der hinteren Rachenwand, ist das Virus am ehesten nachweisbar. Daher versuchst Du, mit dem Wattestäbchen durch den Mund so weit wie möglich nach hinten an die hintere Rachenwand zu kommen und hier den Abstrich zu nehmen. An beiden Seiten ein paar mal das Röhrchen gegen die hintere Rachenwand streichen.

Wenn Du ein flexibles Abstrichröhrchen hast, kannst Du auch einen Abstrich durch die Nase machen, eine ausgezeichnete Videoanleitung hierfür findest Du hier.

Danach: Stäbchen an der Sollbruchstelle halbieren, in das Röhrchen mit dem Roten Deckel tun. Dies in die weiße Umverpackung mit Watteeinsatz tun. Laborschein mit Anforderung „SARS-CoV-2 PCR“ ausfüllen. Zusätzliches Etikett „Infektiös“ mit Risikoeinteilung (Kontaktperson / wahrscheinlich infiziert / symptomatisch) dazu tun. Dies in einen Umschlag packen und diese in eine Laborkiste packen. Dann mit dem normalen Labortransport zum Labor bringen lassen. Laut RKI dürfen diese Kisten so verpackt auch per Taxi transportiert werden, die Laboratorien sehen das aktuell noch unterschiedlich, bei Bedarf nach einer Taxifahrt bitte zuerst mit dem Labor telefonieren, ob das geht.

 

Welche Entscheidungen haben wir heute für die Psychiatrische Klinik getroffen?

Ich weiß, dass im Moment jeder damit ringt, wie er auf die Lage reagiert. Für unsere psychiatrische Klinik haben wir Entscheidungen getroffen, die ich etwas verallgemeinert und etwas gekürzt hier wiedergebe. Diese Entscheidungen muss man sicherlich aktuell täglich prüfen und anpassen. Wir haben uns entschieden, die Entscheidungen hier darzulegen, um den Austausch mit anderen Kliniken zu fördern. Ich freue mich über Anregung und Kommentare. Wir haben heute folgendes geregelt:

Corona Update 18.03.2020, 11:00

Hygienemaßnahmen

  • Unser Vorgehen bei Aufnahmen: Kein Patient darf auf die Station, bevor ihn ein Arzt gesehen hat. Sowohl geplante als auch ungeplante Aufnahmen melden sich an der Pforte, diese ruft den AvD an, der spricht im im hierfür reservierten Aufnahmezimmer mit dem Patienten. Bei Kontakt zu einem Corona-Kranken UND Symptomatik erfolgt keine Aufnahme auf eine Station. Risikostratifizierung nach dem Schema des RKI. Bei Verdacht auf Corona-Infektion: Klärung, ob somatische Behandlung in einem anderen Krankenhaus notwendig ist, ob ambulante Behandlung möglich ist oder eine Aufnahme bei uns erforderlich ist. Das Schema des RKI findet ihr hier.
  • Durchführung Corona-Abstrich: Anlegen eines normalen OP-Mundschutzes (keine FFP-2 Maske), Handschuhe und Kittel. Je eine Sekunde das Wattestäbchen im hinteren Rachen an beiden Seiten abstreichen. Stäbchen an der Sollbruchstelle halbieren, in das Röhrchen mit dem Roten Deckel tun. Dies in die weiße Umverpackung mit Watteeinsatz tun. Laborschein mit Anforderung „SARS-CoV-2 PCR“ ausfüllen. Zusätzliches Etikett „Infektiös“ mit Risikoeinteilung (Kontaktperson / wahrscheinlich infiziert / symptomatisch) dazu tun. Dies in einen Umschlag packen und diese in eine Laborkiste packen. Dann mit dem normalen Labortransport werktags morgens um 10:00 Uhr zum Labor bringen lassen. Laut RKI dürfen diese Kisten so verpackt auch per Taxi transportiert werden, die Laboratorien sehen das aktuell noch unterschiedlich, bei Bedarf nach einer Taxifahrt bitte zuerst mit dem Labor telefonieren, ob das geht.

  • Besuchsregelung: Es gilt ein generelles Besuchsverbot, in Ausnahmefällen soll mit den Mitarbeitern der Station der Bedarf abgesprochen werden. Patienten, die nach PSychKG untergebracht sind, haben weiterhin eine Besuchserlaubnis, allerdings empfehlen wir hier im Einzelgespräch mit den Angehörigen die Wahrnehmung des Besuchsrechtes in Form eines Videotelefonates oder Telefonates.
  • FFP2-Masken: FFP2-Masken sollen nur im Falle einer gesicherten Influenza, einer bestätigten Corona-Infektion oder einer anderen hochinfektiösen Erkrankung bei einem symptomatischem Patienten verwendet werden. Zum Erstkontakt und zur Abklärung eines Verdachtes reichen die normalen OP-Masken zum Schutz aus.
  • Sparsamer Umgang mit Schutzausrüstung: Desinfektionsmittel, Schutzkleidung und Atemschutzmasken sind rationiert. Pro Schicht und Person nur eine Maske, das gilt im Moment auch für die normalen OP-Masken. Schutzkleidung und Abstrichröhrchen werden zentral in zwei Dienstzimmern gelagert. Im Aufnahmezimmer wird nur eine Tagesmenge gelagert.
  • Dienstkleidung: Wer über persönliche Dienstkleidung verfügt, soll diese nun tragen. Wer noch keine hat, soll Pool-Dienstkleidung tragen. Reinigungsbedürftige Kleidung kommt in einen der gelben Wäschesäcke zurück.
  • Handhygiene: Bitte auf ausreichendes Händewaschen und Desinfizieren achten. Keine Ringe tragen. 

Begrenzung der Krankenhausaufenthalte

  • Vor jeder Aufnahme im Einzelfall prüfen, ob die Krankenhausbehandlung verschiebbar ist.
  • Bei Patienten mit vorbestehenden Lungenerkrankungen prüfen wir besonders streng, ob auch eine ambulante Behandlung möglich ist.
  • Freie Zimmer vorhalten: Auf jeder Station wird ein Zimmer frei gehalten, um kurzfristig Isolierungen von einzelnen Patienten dieser Station möglich zu machen. Frei werdende dritte Betten in Dreibettzimmern werden nicht neu belegt. Im übrigen werden weiterhin Neuaufnahmen geplant.
  • In der Tagesklinik wird die Patientenzahl auf 12 reduziert, so dass zwei Gruppen zu je 6 Patienten möglich sind.
  • Das Schlaflabor bleibt bis zum Ende der Osterferien NRW geschlossen. 

Allgemeine Maßnahmen, um mögliche Infektionsketten präventiv zu unterbrechen

  • Wir versuchen bei allen Treffen, jeden zweiten Stuhl frei zu lassen
  • In der Frühkonferenz treffen sich nur noch der Arzt vom Dienst der vergangenen Nacht, der Tagdienst des kommenden Tages, der Chefarzt, die Oberärztinnen der geschützten Stationen, die CaseManagerin, der Pflegedienstleiter und eine Protokoll-führende Sekretärin. Sie mailt den Inhalt der Frühkonferenz innerhalb von 30 Minuten an alle, die bislang an der Frühkonferenz teilgenommen haben. Die Fortbildung bei den Donnerstags-Frühkonferenzen entfällt.
  • Schließung der Cafeteria: Unsere Cafeteria ist bis auf weiteres für Patienten und Mitarbeiter geschlossen. Sie können Sie sich bis 11:00 Uhr am Empfang in eine Liste eintragen und dann von 12:00-13:00 Uhr am Folgetag Essen aus unserer Küche bekommen.
  • Physiotherapie findet normal weiter statt.
  • Gruppentherapien werden auf 5 Patienten plus einen Therapeuten begrenzt, die Zuteilung erfolgt nach alphabetischer Reihenfolge. In der Sporttherapie wird auf Kontaktsportarten verzichtet. Keine stationsübergreifenden Gruppen, diese werden in kleinere stationsspezifische Gruppen geteilt.
  • Mahlzeiten auf den Stationen werden in zwei Schichten zeitversetzt durchgeführt.
  • Ambulante Ergo- und Sporttherapie wird bis nach Ostern abgesagt.
  • Belastungserprobungen nach Hause sollen im Regelfall nicht erfolgen. Wenn sie ausnahmsweise doch erfolgen sollen, dann nach strenger ärztlicher Indikationsstellung und zu einem klaren Zweck. Öffentliche Verkehrsmittel sollen vermieden werden. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen während einer Belastungserprobung nach Hause sollen die Patienten telefonisch Kontakt aufnehmen. Bei der Rückkehr aus der Belastungserprobung macht sich ein Mitarbeiter des Pflegedienstes ein Bild, ob neue Verdachtsmomente vorliegen, in diesem Falle wird der Arzt hinzugezogen.
  • Vorstationäre Aufnahmen werden telefonisch durchgeführt.
  • Ambulante Kontakte werden nicht mehr in Arztzimmern auf den Stationen durchgeführt, sondern nach Möglichkeit telefonisch oder bei persönlichem Kontakt nur im Ambulanzgebäude.
  • Personal auf dem Gelände der kooperierenden somatischen Klinik: MitarbeiterInnen sollen entweder auf dem Gelände der somatischen Klinik oder im Psychiatrischen Krankenhaus arbeiten, konkret soll die Tagesklinik ärztlich von MitarbeiterInnen des Konsil- und Liaisondienstes betreut werden. Absprachen zwischen beiden Bereichen werden telefonisch durchgeführt. 
  • Psychologische Gespräche in somatischen Kliniken: Nach Möglichkeit telefonisch durchführen.
  • Externe Therapien wie Gesangstherapie, Ernährungstherapie, Zoobesuche, Klettern, Selbsthilfegruppe Sucht werden zunächst für vier Wochen ausgesetzt.
  • Fortbildungen und öffentliche Veranstaltungen werden zunächst abgesagt.
  • Vorstellungsgespräche für neue Mitarbeiter werden frühestens in 4 Wochen terminiert und dann als Telefonkonferenz geplant.
  • Schülerpraktika finden zunächst nicht mehr statt.
  • Gottesdienste in der Klinikkapelle finden zunächst nicht statt. Im Intranet findet sich ein Link auf Onlinegottesdienste.

Maßnahmen zur Unterstützung und zum Schutz der MitarbeiterInnen

  • Schwangerschaften und immunsuppressive Therapien bei MitarbeiterInnen bitte jetzt dem Vorgesetzten melden.
  • Kinderbetreuung: In NRW bieten die Kitas und Schulen eine Betreuung für Kinder von Eltern, die beide einen systemkritischen Beruf haben an. Ein Formular zur Bestätigung findet sich im Intranet. Dieses unterschreibt ihnen ihr Vorgesetzter. Wir besprechen in jedem Einzelfall flexible Regelungen.
  • Der Pflegedienst wird auf die Früh-, Spät- und Nachtdienst organisiert, keine Mitteldienste oder Zwischenschichten mehr.

Fortbildungen

  • Am Mittwoch geht unsere Hygienebeauftragte durchs Haus und beantwortet Fragen.
  • Es gibt eine Online-Fortbildung zum Thema Corona. 

Sonstiges

  • Alle abgesagten Leistungen wie Fortbildungen oder Gruppenveranstaltungen bitte kurz per Email an die Geschäftsführung mailen.

 

PsychCast 104: Corona Extra ist online

Corona-Pandemie, geeignete Maßnahmen in der Psychiatrie, Ausbreitung verlangsamen, Angst und Panik, Hamsterkäufe, Umgang mit Social Distancing, Isolation und Einsamkeit… und Eure Fragen von Twitter.

Den thematisierten Podcast von Prof. Drosten findet Ihr hier.

Ihr findet die PsychCast-Episode hier: https://psychcast.de/corona-spezial-nr-1-vom-14-03-20-20-uhr/ oder gleich hier auf dieser Seite:

PC103 Die größten Psycho-Klischees – aufgeklärt!

Der PsychCast Nr. 103 ist da und wir wünschen Euch viel Spaß beim Hören. Es geht u. a. um die hartnäckigsten Stereotype, um das Älterwerden, Triangulierung, Intuition, Sport, Beschleunigung, Evidenz-basierte Medizin und Psychotherapie und Motivationsversprechen. 

Das angesprochene Buch über das nicht gelebte Leben “Missing Out: In Praise of the Unlived Life” von Adam Phillips findet Ihr hier.

Schreibt uns doch mal in die Kommentare, auf welche Psycho-Klischees Ihr immer wieder stößt!

Die Folge findet ihr hier oder könnt sie direkt auf dieser Seite anhören:

Auf YouTube gibt es das Audio der Folge mit einem Standbild hier:

Vereinfachtes Nebenwirkungsprofil einiger Antipsychotika

Hi R.B., vielen Dank für Deinen Kommentar, das ist eine gute Idee, die Nebenwirkungen jedes einzelnen Antipsychotikums auf so einem Diagramm darzustellen. Ich habe hier jetzt die Prolaktinerhöhung nicht drin, und nur einige gemacht, und die Werte einfach mal so aus dem Bauch gewählt, darüber müsste ich noch mal genau nachdenken, aber das Ergebnis sähe dann ungefähr so aus:






Kann man machen. Ist aber diese Vereinfachung nicht fast so informativ und wesentlich übersichtlicher?

Feedback?

Vereinfachte Nebenwirkungsprofile ausgewählter Antipsychotika

Ich habe mich – aus Gründen – hier mal an einer Grafik versucht, die das Nebenwirkungsprofil ausgewählter Antipsychotika vereinfachend aber übersichtlich darstellt. Die Kunst bei dieser Grafik läge darin, zu vermitteln, wo der Hase bei jedem einzelnen Medikament im Pfeffer liegt, wohl wissend, dass dies alles eine Vereinfachung ist.

Wie sieht die Grafik für euch aus? Kann man damit was anfangen? Ist das ganze Konzept zu vereinfachend? Muss ein bestimmtes Medikament in eine Richtung verrückt werden?

Schreibt mir eure Ideen dazu gerne in die Kommentare! #followerpower

“Der Freitag” über Podcasts

Die Wochenzeitung Der Freitag hat einen sehr interessanten Artikel über Podcasts gebracht. Darin wird auch der PsychCast erwähnt, und zwar in diesem Absatz:

Erfolg ließe sich durch originell aufbereitetes Know-how durchaus erzielen. Der Psychologie-Podcast Psychcast ist deswegen populär, weil die promovierten Moderatoren Jan Dreher und Alexander Kugelstadt eben Ahnung haben. Der Politik-Podcast Die Lage der Nation wäre ohne Ulf Buermeyers juristische Kompetenz wohl kaum so beliebt.

Also, da werden wir doch ganz rot vor Ehre. Mit der Lage der Nation zusammen genannt zu werden, ist schon toll, und die Nennung hat uns wirklich sehr gefreut. 

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen des Artikels und ein schönes Wochenende. Liebe Grüße von Alex und Jan

Video: Müssen es immer Antidepressiva sein?

In den letzten 10 Jahren hat sich die Verordnung von Antidepressiva verdoppelt. Wenn einfach mehr Depressionen richtig diagnostiziert und behandelt werden würden, wäre das ja ein erfreulicher Trend. Aber ich fürchte, dass das nur der kleinere Teil der Wahrheit ist. Depressive Episoden werden in den letzten Jahren auch länger behandelt und mehr und mehr normale Lebenskrisen wie Trauer oder Belastungsreaktionen werden mit Medikamenten behandelt. Das kann hilfreich sein, aber allenfalls dann, wenn es nicht statt, sondern zusätzlich zu einer Psychotherapie eingesetzt wird. Und vieles gehört einfach zum normalen Auf und Ab des Lebens dazu, und dann soll man in aller Regel die Finger von den Medikamenten lassen.

Mira von DocCheck hat mich hierzu interviewt, das Video findet ihr gleich hier.

Wie rechne ich die Dosis eines Neuroleptikums auf ein anderes um?

Wenn man ein Medikament aus einer bestimmten Gruppe auf ein anderes Medikament aus derselben Gruppe umstellen möchte, dann ist es ganz hilfreich, eine Vorstellung davon zu haben, welche Dosierungen sich in etwa entsprechen. Natürlich kann man die Dosierungen nicht einfach umrechnen, denn jede Substanz hat doch etwas andere Hauptwirkungen und oft erheblich unterschiedliche Nebenwirkungen. Dennoch ist es hilfreich, einen Anhaltspunkt zu haben, in welcher Größenordnung sich die neue Dosis so bewegt.

Es gibt verschiedene Arten, an so eine Umrechnungstabelle zu kommen. Die klassische Variante ist die von Davis 1974 angewendete: Man nimmt sich alle verfügbaren Studien zu Medikamenten einer Gruppe, in der die Studienärzte nicht wussten, welches Medikament sie gaben, aber die Dosis nach der klinischen Wirkstärke anpassen konnten. Dann nimmt man den Mittelwert der jeweils gegebenen Dosierungen und geht davon aus, dass diese Mittelwerte vergleichbar sind. In einer ausgezeichneten Arbeit hat Leucht dieses Vorgehen 2015 für atypische Antipsychotika durchgeführt1. Das PDF der Studie ist kostenlos hier zu laden.

Cariprazin wurde in dieser Studie nicht untersucht. Die Äquivalenzwerte für Cariprazin habe ich daher aus meiner eigenen klinischen Erfahrung geschätzt und mich an dieser Studie2 angelehnt.

Ich habe auf diesem Blog bereits meine eigene Umrechnungstabelle für Opiate und meine eigene Umrechnungstabelle für Antidepressiva veröffentlicht. Das Bild oben zeigt die Tabelle, die sich aus der Studie von Leucht für die Gruppe der Antipsychotika ergeben. Ich habe deutsche Handelsnamen eingesetzt, die resultierenden Dosierungen auf für die nächste für dieses Präparat übliche Dosis gerundet und diejenigen Tabellenfelder leer gelassen, die Dosierungen enthalten hätten, die für dieses Präparat in Deutschland nicht zugelassen sind.

Wer sich ein eigenes Bild über meine Rundungen und Vereinfachungen machen möchte, der findet die Tabelle mit den präzise berechneten Werten, die ich als Ausgangswerte für die Tabelle oben genommen habe, hier:

pracc88zise-werte

Meiner persönlichen Einschätzung nach ist die Tabelle oben realistisch und gut geeignet, einen Anhaltspunkt dafür zu geben, welche Dosis eines Antipsychotikums welcher Dosis eines anderen Antipsychotikums entspricht.

Disclaimer

Auch zu dieser Tabelle möchte ich sagen, dass die hier angegebenen Dosierungen nicht ungeprüft übernommen werden dürfen. Die Verschreibung obliegt der Verantwortung des verschreibenden Arztes, der anhand der Fachinformationen, der individuellen Situation des Patienten und aller anderen relevanten Faktoren eine Wahl treffen muss.

Copyright

Dieser Beitrag ist ein Auszug beziehungsweise eine auszugsweise Vorabveröffentlichung des Werks „Psychopharmakotherapie griffbereit“ von Dr. Jan Dreher, © Georg Thieme Verlag KG. Die ausschließlichen Nutzungsrechte liegen beim Verlag. Bitte wenden Sie sich an permissions@thieme.de, sofern Sie den Beitrag weiterverwenden möchten.

  1. 1 Leucht S, Samara M, Heres S, Patel MX, Furukawa T, Cipriani A, Geddes J, Davis JM. Dose Equivalents for Second-Generation Antipsychotic Drugs: The Classical Mean Dose Method. Schizophr Bull 2015; 41: 1397–1402 Im Internet: https://academic.oup.com/schizophreniabulletin/article/41/6/1397/2526028 ↩︎
  2. 1 Németh G, Laszlovszky I, Czobor P, Szalai E, Szatmári B, Harsányi J, Barabássy Á, Debelle M, Durgam S, Bitter I, Marder S, Fleischhacker WW. Cariprazine versus risperidone monotherapy for treatment of predominant negative symptoms in patients with schizophrenia: a randomised, double-blind, controlled trial. Lancet 2017; 389: 1103–1113 Im Internet: https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0140673617300600 ↩︎

PC102 Passiv-aggressives Verhalten und wie wir darauf reagieren können ist online!

Manchmal macht es Spaß, ein wenig passiv-aggressiv zu sein. Oft ist das aber auch eine sehr kraftzehrende, wenig hilfreiche und immer wieder auch ganz destruktive Verhaltensweise. Wir untersuchen unsere Lieblingsvarianten passiv-aggressiven Verhaltens und sprechen über hilfreiche Reaktionsweisen.

Die Folge findet ihr hier oder könnt sie direkt hier auf dieser Seite anhören:

SHOWNOTES:

Wir danken unserem Partner Blinkist. Ihr erhaltet 25 % Rabatt auf das Jahresabo, indem ihr hier clickt:
https://www.blinkist.com/de/nc/partners/psychcast

Papers, Endnote, Mendeley: Welcher Reference Manager ist der Beste?

Hast Du Dir für´s neue Jahr vorgenommen, hin und wieder einen Fachartikel zu lesen und diese Artikel dann ordentlich zu verwalten? Musst Du manchmal Artikel im korrekten Format zitieren, etwa in einem eigenen Artikel oder in einem Buch?

Dann kann dir ein Reference Manager helfen. Diese Sorte Apps verwaltet die von dir gesammelten Artikel und generiert Quellenangaben im von dir gewählten Stil. Welches Programm benutze ich gegenwärtig? Schau dir in diesem Video meinen Vergleich von Papers 3, Papers 4 und Mendeley an!

Video: Benzos sind schlechte Sandmännchen

Zusammen mit DocCheck habe ich ein Video aufgenommen, in dem ich erkläre, dass kein Mensch dauerhaft Schlafmittel braucht.

Und ich erkläre, wie man Patienten mit einem dauerhaften Schlafmittelgebrauch helfen kann, davon wieder los zu kommen.

Schaut euch hier mal das Video an!

Wie frage ich richtig nach Suizidalität? Video

Suizidalität Wie fragt der Arzt richtig nach  DocCheck 2019 12 11 17 06 55

Ich habe mit Mira Knauf und dem Team von DocCheck über das Thema Suizidalität gesprochen. Im Video erkläre ich, wie HausärztInnen, PsychotherapeutInnen, PsychiaterInnen und andere am besten abklären können, inwieweit eine Gefahr durch Suizidalität besteht. Dabei erläutere ich ein bewährtes Stadienmodell der Suizidalität und nenne Beispiele für konkrete Fragen. Das sechs-minütige Video findet ihr hier.

Etwas ausführlicher gehe ich im DocCheck-Podcast „Auskultiert“ auf das Thema Suizidalität ein. Den Podcast findet ihr hier.

 

Diese Berichterstattung richtet sich an Behandler. Betroffenen kann an dieser Stelle nicht geholfen werden. Schnelle, anonyme und kompetente Hilfe findest du aber unter der kostenfreien Rufnummer der Telefonseelsorge 0800 / 111 0 111 oder 0 800 / 111 0 222. Die Deutsche Depressions Hilfe kannst du unter 0800 / 33 44 533 erreichen. 

PC100 Für eine zeitgerechte Aufklärung über psychische Erkrankungen

Genießt unsere Jubiläums-HörerInnenfolge vom DGPPN 2019, es war uns eine Freude sie gemeinsam mit dem großartigen Team von Jung und Freudlos – der Podcast auf der Uniklinik Freiburg aufzunehmen. Wir sprechen über Stigmata, Fortbildung im Podcast, Aufklärung über die Psyche, die Nutzung von Podacasts, zeitgemäße medizinische Infos für alle. Lieben Dank an Jung und Freudlos! 100 mal PsychCast – danke, dass Du dabei bist! Jan und Alex

Bitte nutze die Gelegenheit der 100. Folge und werde jetzt ein PsychCast-Freund! Wir brauchen dringend Deine Unterstützung!

JETZT PSYCHCAST-FREUND WERDEN!

Die Folge findest du hier. Du kannst sie auch direkt auf dieser Seite hören:

Welche 7 Psychopharmaka nehme ich mit auf eine Marsmission?

Die Frage könnte sich ja bald schon stellen. Zugleich beantwortet sie auch die Frage, mit welchen ausgewählten Psychopharmaka sich auch Ärzte anderer Fachrichtungen auskennen sollten. Das Video findet ihr hier.

Welche Auswahl würdet ihr treffen?

PC099 Kultursensitive Psychiatrie mit Dilan ist online!

Du kannst Folge PC099 direkt hier anhören!

Im 99. PsychCast spreche ich mit meinem Gast Dilan über kultursensitive Psychiatrie und was es mit den Djinns auf sich hat…

Wie kann ich mich in die Perspektive eines Menschen einer anderen Kultur hineinversetzen? Was ist für Betroffene wichtig und wie funktionieren Hilfsangebote von Kulturmittlern am besten? Wenn Euch diese und andere Fragen interessieren, dann hört Dilan und mir zu, wie wir uns diesen Themen nähern!

Buchtipp: Beratung nach Flucht und Migration: Ein Handbuch zur psychologischen Erstbetreuung von Geflüchteten

Weitere Informationen zum Thema Hilfe für Geflüchtete erhaltet ihr auch hier.

Diese Folge des PsychCast wird unterstützt von Blinkist. Surft mal vorbei auf www.blinkist.com/psychcast.

PC098 Delir – Mit Markus Boss ist online

Im 98. PsychCast sprechen wir mit einem Experten auf dem Gebiet des Delirs, Herrn Markus Boss, Oberarzt in der Gerontopsychiatrie des Vitos Klinikums Gießen. Wir sprechen über die Prophylaxe von Delirien, über verschiedene Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Langzeitverläufe von Delirien. Die Episode findest Du online hier und kannst sie auch gleich hier auf dieser Seite hören:

Herrn Boss findest du hier: 

Die Priscus-Liste zeigt Medikamente, die im Alter oft schlecht vertragen werden und mögliche Austauschstoffe. Du findest du hier: http://priscus.net/download/PRISCUS-Liste_PRISCUS-TP3_2011.pdf.

Ein Video von mir zum Thema Delir findest Du hier: