Dieser Blog hier (www.psychiatrietogo.de), der Audiopodcast (www.psychcast.de), der YouTube Kanal (www.youtube.com/c/psychcast) und die Videokurse (https://elopage.com/s/psychcast) gehören ja irgendwie zusammen, wir nennen das alles im engeren oder weiteren Sinne den PsychCast. Manche Leser/Hörer/Zuschauer:innen sind mehr auf der einen Seite unterwegs, andere auf der anderen Seite, viele auch auf allen Seiten.
Wir haben nun entschieden, einen Newsletter anzubieten, der alle Bereiche verbindet und der euch in unregelmäßigen Abständen informiert, was hier bei den PsychCastern so läuft. Insbesondere wollen wir informieren über:
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Dir fehlt noch ein Weihnachtsgeschenk? Da habe ich eine Idee für Dich!
Die sechste Auflage meines Buches Psychopharmakotheraoie griffbereit erscheint am 10.01.2024, und Du kannst sie jetzt schon vorbestellen. OK, unter dem Weihnachtsbaum landet sie dann nicht, aber im neuen Jahr bist Du mit der frischesten und aktuellsten Fassung auf dem neuesten Stand!
Ich habe alle Kapitel auf Aktualität geprüft und einige Updates eingebracht.
Von Grund auf überarbeitet habe ich die Kapitel zu:
Escitalopram
Risperidon
Depotneuroleptika
Akathisie
Lithium
Schlafmittel
Und schließlich habe ich als neue Kapitel aufgenommen:
Welches Medikament würde ich selbst nehmen, wenn ich selbst eine psychiatrische Erkrankung hätte? Das ist auch deshalb eine interessante Frage, weil viele Psychiater:innen sich selbst mit niedrigeren Dosierungen oder selteneren Wechseln behandeln würden, als ihre Patient:innen. Ich erzähle in diesem Video mal, wie ich mich selber behandeln würde, wenn ich eine psychiatrische Erkrankung bekäme…
Cariprazin ist ein neueres atypisches Antipsychotikum mit einem besonders interessanten Rezeptorbindungsprofil. Es wurde 2015 in den USA und 2018 in Deutschland zugelassen und unterscheidet sich von anderen Antipsychotika vor allem durch seine starke Wirkung am Dopamin-D3-Rezeptor. Was das für die Behandlung bedeutet — insbesondere bei Negativsymptomen der Schizophrenie — erkläre ich ausführlich in meinem Video:
Cariprazin ist in Deutschland unter dem Handelsnamen Reagila® erhältlich (in den USA als Vraylar®). Es gehört zur Gruppe der atypischen Antipsychotika und ist zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen. Pharmakologisch ähnelt es dem Aripiprazol: Beide wirken als partielle Agonisten an Dopaminrezeptoren. Der entscheidende Unterschied liegt im Rezeptorbindungsprofil — Cariprazin hat eine deutlich stärkere Affinität zum Dopamin-D3-Rezeptor als zum D2-Rezeptor.
Wirkung und Wirkungsmechanismus
Cariprazin ist ein partieller Agonist an den D2-, D3– und 5-HT1A-Rezeptoren. Was bedeutet das in der Praxis?
D3-Rezeptor — Die starke Blockade am D3-Rezeptor ist das Alleinstellungsmerkmal von Cariprazin. Hierüber erhofft man sich eine bessere Wirksamkeit auf die Negativsymptomatik der Schizophrenie: Antriebslosigkeit, Anhedonie, sozialer Rückzug und kognitive Einschränkungen. Eine Lancet-Studie aus 2017 hat tatsächlich einen Zusatznutzen gegenüber Risperidon bei Negativsymptomen gezeigt.
D2-Rezeptor — Über die partialagonistische Wirkung am D2-Rezeptor entfaltet Cariprazin seine sichere antipsychotische Wirkung gegen Positivsymptome wie Wahn und Halluzinationen.
5-HT1A-Rezeptor — Dieser Rezeptor vermittelt eine angstlösende und antidepressive Wirkkomponente.
Eine Besonderheit von Cariprazin ist seine sehr lange Halbwertszeit von etwa einer Woche. Der „steady state“ — also ein stabiler Wirkspiegel im Blut — wird erst nach circa 3 Wochen erreicht. Das bedeutet, dass Dosisanpassungen langsam erfolgen müssen und sich Wirkungen wie Nebenwirkungen erst nach einigen Wochen voll zeigen.
Klinischer Einsatz
Cariprazin ist in Deutschland zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen. Es ist besonders interessant für Patienten mit vorherrschender Negativsymptomatik — also wenn Antriebslosigkeit, emotionale Verflachung und sozialer Rückzug im Vordergrund stehen. Die bisherigen Studien zeigen hier einen Zusatznutzen gegenüber bisherigen Vergleichssubstanzen wie z.B. Risperidon® (Risperdal®).
Dosierung von Cariprazin
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 1,5 mg einmal täglich. Anschließend kann die Dosis, sofern erforderlich, alle 7 Tage in 1,5-mg-Schritten bis zur Maximaldosis von 6 mg/Tag gesteigert werden. Im stationären Setting kann bereits am 3. Tag auf 3 mg/Tag gesteigert werden. Die lange Halbwertszeit macht es besonders wichtig, sich mit der Dosissteigerung Zeit zu lassen und die Verträglichkeit sorgfältig zu beobachten.
Nebenwirkungen
Cariprazin ist insgesamt gut verträglich. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind:
Extrapyramidalmotorische Störungen (EPMS) — dosisabhängig möglich, wie bei den meisten Antipsychotika
Hypertonie — ein Blutdruckanstieg kann vorkommen
Akathisie — die innere Unruhe scheint unter Cariprazin seltener aufzutreten als unter Aripiprazol
Erfreulich ist, dass bislang unter Cariprazin keine wesentliche QTc-Zeit-Verlängerung aufgefallen ist. Auch Gewichtszunahme und metabolische Nebenwirkungen scheinen gering zu sein.
Mein persönliches Fazit
Das Rezeptorbindungsprofil von Cariprazin ist sehr interessant. Die Hauptwirkung dürfte in der starken Blockade am D3-Rezeptor liegen, weniger am D2-Rezeptor. Die partialagonistischen Wirkkomponenten könnten tatsächlich geeignet sein, Nebenwirkungen zu reduzieren. Sollte Cariprazin — wie in den bisherigen Zulassungsstudien gezeigt — eine bessere Wirkung auf die Negativsymptomatik der Schizophrenie haben, dann wäre es für diese Indikation das Medikament der 1. Wahl. Bezüglich der übrigen Aspekte der Therapie der Schizophrenie ist es ein gut verträgliches und wirksames Antipsychotikum mit recht langer Halbwertszeit.
Buspiron ist ein Medikament gegen Angst, das sich grundlegend von Benzodiazepinen unterscheidet: Es macht nicht abhängig, wirkt nicht sedierend und hat kein Missbrauchspotenzial. Dafür setzt die Wirkung erst nach einigen Wochen ein. Warum Buspiron trotzdem eine wichtige Rolle in der Behandlung von Angststörungen spielt, erkläre ich in meinem Video:
Buspiron: Wirksam gegen chronische Ängste, ohne Abhängigkeit
Was ist Buspiron?
Buspiron ist seit 1986 in Deutschland zugelassen und gehört zur Gruppe der Azaspiron-Anxiolytika. Es wird auch als „Serotonin-Stabilisierer“ bezeichnet. Im Gegensatz zu den Benzodiazepinen ist Buspiron weder chemisch noch pharmakologisch mit Benzodiazepinen, Barbituraten oder anderen sedierenden Substanzen verwandt. Es ist in Deutschland als Generikum erhältlich, z.B. als Busp®, Buspiron-neuraxpharm®, Buspiron-ratiopharm®, Buspiron 1A Pharma® und Buspiron-HEXAL®.
Wirkung von Buspiron
Buspiron wirkt als Serotonin-Rezeptor-Partialagonist. Es bindet als kompletter Agonist an präsynaptische 5-HT1A-Rezeptoren und als partieller Agonist an postsynaptische 5-HT1A-Rezeptoren. Möglicherweise wirkt es auch als Antagonist an D2-Rezeptoren. Diese Kombination geht offenbar mit einer Angstlinderung einher.
Der entscheidende Punkt: Buspiron hat keine Affinität zum GABA-Rezeptor. Daher ist es plausibel, dass es wirklich kein Abhängigkeitspotenzial hat. Es wirkt nicht sedierend und nicht muskelrelaxierend — ein großer Vorteil gegenüber Benzodiazepinen.
Die Wirkung tritt allerdings verzögert ein: Erst nach 2–4 Wochen bessert sich die Angstsymptomatik in der Regel spürbar. Man sollte die Patienten darüber aufklären und die Behandlung mindestens 6–8 Wochen durchführen, bevor man sie als unwirksam einschätzt.
Klinischer Einsatz bei Angststörungen
Buspiron ist zugelassen zur Behandlung der Generalisierten Angststörung und zur symptomatischen Behandlung von Angstzuständen. In der Praxis wird es besonders häufig als Augmentation zu einem SSRI oder SNRI eingesetzt: Wenn das Antidepressivum allein nicht ausreichend gegen die Angst wirkt, kann Buspiron die serotonerge Aktivität an den präsynaptischen Autorezeptoren unterstützen und so zur Wirkung des Antidepressivums beitragen. Diese Kombination ist in Studien mit über 300.000 Patienten geprüft und wird überwiegend gut vertragen.
Dosierung von Buspiron
Die Behandlung wird üblicherweise mit 3 × 5 mg pro Tag begonnen. Die Dosis kann dann auf 20–30 mg/Tag gesteigert werden, verteilt auf mehrere Tagesdosen. Die Höchstdosis liegt bei 60 mg/Tag, aufgeteilt auf mindestens 2 Einzeldosen von maximal 30 mg. Buspiron sollte immer zur gleichen Tageszeit und entweder immer auf nüchternen Magen oder immer nach den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Bioverfügbarkeit durch Nahrungsmittel beeinflusst wird.
Wechselwirkungen
Buspiron wird über das Enzym CYP 3A4 in der Leber abgebaut. Wird gleichzeitig ein starker CYP-3A4-Inhibitor eingenommen, sollte die Anfangsdosis niedriger gewählt werden. Auch Grapefruitsaft hemmt CYP 3A4 und kann zu einem Anstieg des Blutspiegels führen. Umgekehrt ist z.B. Carbamazepin® ein Induktor des CYP 3A4, was zu einem erniedrigten Buspironspiegel führen kann.
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen treten oft zu Beginn der Behandlung verstärkt auf und klingen nach einigen Wochen häufig ab. Häufige Nebenwirkungen sind:
Sehr häufig (mehr als 10 %): Schwindel, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit
Häufig (1–10 %): Übelkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität, Benommenheit, Tremor
Selten: Extrapyramidalmotorische Störungen (EPMS), in Einzelfällen Krampfanfälle
In seltenen Fällen kann Buspiron — wie alle serotonergen Substanzen — ein Serotoninsyndrom auslösen, insbesondere in Kombination mit anderen serotonergen Medikamenten. Blutspiegelkontrollen und eine Aufmerksamkeit für ein mögliches serotonerges Syndrom sind daher sinnvoll.
Mein persönliches Fazit
Die erste Therapielinie bei Angsterkrankungen sind für mich SSRI oder SNRI. Wenn diese nicht ausreichen, ist Buspiron eine gute Augmentation — insbesondere, weil es keine Abhängigkeit erzeugt. Und gerade Angstpatienten entwickeln bei Gabe von Benzodiazepinen oft schnell eine sehr hartnäckige Abhängigkeit, die zu erheblichen Problemen führen kann. Der verzögerte Wirkeintritt von Buspiron ist praktisch kein Problem, man muss allerdings sehr explizit darüber aufklären. Die Kombination mit einem SSRI oder SNRI ist bewährt und auch gut verträglich.
Indikationen der EKT: Nicht erst als ultima ratio, wenn alles andere nicht funktioniert hat, sondern als Therapie der ersten Wahl bei wahnhafter Depression, Katatonie und bestimmten anderen Indikationen…
Durchführung: Unilaterale/Bilaterale Stimulation; i.v. Kurznarkose nicht mehr unbedingt mit Etomidate, sondern jetzt auch oft mit Ketamin, etc.
Nebenwirkungen und Komplikationen: Auch die kognitiven Nebenwirkungen werden angesprochen.
Und vielen Praxistipps
Die Folge ist eine klare Hörempfehlung für alle Psychiaterinnen und Psychiater und auch sehr gut dargestellt für alle Betroffenen, Angehörigen und anderen Interessierten. Auf Spotify findet ihr sie hier.
Den Kurs „Segen und Fluch der Antidepressiva“ bekommst Du bis Sonntag, den 26.11.2023 zum halben Preis mit dem Gutscheincode: BLACK-FRIDAY-ANTIDEPRESSIVA-KURS. Hier gehts zum Shop: Psychcast Video Kurse
In meinem Videokurs „Segen und Fluch der Antidepressiva“ erkläre ich deren Nutzen in den verschiedenen Indikationen, beschreibe aber auch die Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen, die die Einnahme von Antidepressiva verursachen kann. Am Ende des über 70-minütigen Videokurses kannst Du für Dich selbst die Vor- und Nachteile einer Medikation mit Antidepressiva besser einordnen. Eine konkrete Beratung im Einzelfall gebe ich mit diesem Kurs natürlich nicht.
Als Black-Friday-Angebot gibt es den Kurs von heute bis einschließlich Sonntag dieser Woche zum halben Preis, also für 9,50 € statt 19,00 €. Sieh Dir die kostenlose Vorschau des Kurses hier an, und wenn Du ihn bis Sonntag kaufst, dann gib als Gutscheincode BLACK-FRIDAY-ANTIDEPRESSIVA-KURS ein!
Die beiden anderen Kurse „Rechtsgrundlagen stationärer psychiatrischer Behandlungen“ und „Vorbereitung auf die Facharztprüfung Psychiatrie und Psychotherapie“ bekommen keine Rabattaktion, sind aber auf jeden Fall auch einen Blick wert, insbesondere, wenn Du Dich gerade in der Vorbereitung auf die Facharztprüfung befindest!
Eine Freundin von mir schreibt gerade ihre Doktorarbeit zu schizotypen Persönlichkeitsmerkmalen. Eine interessante Arbeit, und ich bin auf die Ergebnisse gespannt. Nun sucht sie noch Teilnehmer:innen, die den Fragebogen online ausfüllen, der die Grundlage ihrer Arbeit ist. Ich leite euch hier ihre Beschreibung der Untersuchung und den link auf die Arbeit weiter.
Hast Du Zeit und Lust? Dann füll doch gerne den Online-Fragebogen aus!
Doktorarbeit zu schizotypen Persönlichkeitsmerkmalen
Der Begriff „Schizotypie“ mag sich erst etwas abschreckend anhören. Darunter werden Persönlichkeitsmerkmale zusammengefasst, die sowohl ungewöhnliche Denkinhalte und Wahrnehmungen, als auch teilweise unkonventionelles Verhalten, Sprache und Denken sowie soziale Fähigkeiten beinhalten.
In dem Projekt möchte ich herausfinden, unter welchen Umständen diese Persönlichkeitsmerkmale als beängstigend, belastend oder angenehm erlebt werden. Je nachdem, wie diese erlebt werden, werden Lebensqualität und Wohlbefinden positiv oder negativ beeinflusst. Dies hat unter Umständen wiederum Auswirkungen auf die Entwicklung psychischer Beschwerden. Ich habe dazu einen Fragebogen entwickelt, der dann mit zwei bereits etablierten Fragebögen zu Persönlichkeitseigenschaften und Lebenszufriedenheit statistisch verglichen wird.
In den Fragebögen geht es NICHT darum, eine psychische Erkrankung bei Ihnen zu diagnostizieren. Vielmehr möchte ich erfassen, wie verbreitet schizotype Persönlichkeitsmerkmale sind, und unter welchen Umständen sie als lebensbereichernd erlebt werden.
Die erhobenen Fragen müssen auf Sie nicht zutreffen. Auch wenn Sie sich in den Fragen nicht wiederfinden sollten, leisten Sie einen großen Beitrag zu meinem Projekt.
Teilnehmen können alle Personen über 18 Jahre, die über gute Deutschkenntnisse verfügen.
Ihre Teilnahme an dieser Untersuchung ist freiwillig. Es steht Ihnen zu jedem Zeitpunkt dieser Studie frei, die Teilnahme abzubrechen, ohne dass Ihnen dadurch Nachteile entstehen. Insgesamt dauert die Befragung ca. 20-25 Minuten.
Ihre Daten sind selbstverständlich vertraulich, werden nur in anonymisierter Form erhoben und ausgewertet, und werden nicht an Dritte weitergegeben.
Sertralin ist eines der Hausärzt:ins Lieblingsantidepressiva, und zwar zurecht. Im Video nehme ich mir mal wieder alle Zeit der Welt, das Medikament in all seinen Aspekten zu besprechen und gehe auch auf eure Zuschauerfragen ein.
Sertralin gehört zu den am häufigsten verordneten Antidepressiva in Deutschland — und das zurecht. Es ist gut verträglich, vielseitig einsetzbar und hat einige Vorteile gegenüber anderen Medikamenten seiner Klasse. In diesem Artikel erkläre ich dir, was du über Sertralin wissen solltest: wie es wirkt, wann es eingesetzt wird, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche Erfahrungen ich als Psychiater damit gemacht habe.
Wenn du lieber ein Video anschauen möchtest, findest du mein ausführliches Video zu Sertralin hier:
Was ist Sertralin?
Sertralin (Handelsname z. B. Zoloft) ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und seit 1997 auf dem deutschen Markt erhältlich. Es gehört damit inzwischen zu den Youngtimern der Antidepressiva — lange genug auf dem Markt, damit wir seine Stärken und Schwächen sehr gut kennen.
Lange war Citalopram das meistverordnete SSRI in Deutschland. Seitdem aber bekannt wurde, dass Citalopram die QTc-Zeit im EKG verlängern kann — und damit ein gewisses Risiko für Herzrhythmusstörungen birgt — greifen viele Psychiater und Hausärzte wieder häufiger zu Sertralin.
Wie wirkt Sertralin?
Sertralin ist ein typischer Vertreter der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Das bedeutet: Es sorgt dafür, dass der Botenstoff Serotonin im synaptischen Spalt länger verfügbar bleibt und damit stärker wirken kann. Vereinfacht gesagt: Sertralin erhöht die Serotonin-Konzentration im Gehirn.
Was Sertralin von den meisten anderen SSRI unterscheidet, ist eine zusätzliche, schwache Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme. Dieser dopaminerge Effekt kann einerseits zu einer leichten Antriebssteigerung führen — manche Patient:innen profitieren davon gerade in der Anfangsphase der Behandlung. Andererseits kann er bei manchen Menschen zu einer etwas verstärkten inneren Unruhe beitragen.
Die Plasmahalbwertszeit beträgt etwa 24 Stunden, sodass eine einmal tägliche Einnahme ausreicht.
eingesetzt. Es ist damit ein echtes Breitband-Antidepressivum, das in vielen klinischen Situationen eine gute Wahl darstellt.
Dosierung von Sertralin
Sertralin wird in einer Dosierung von 50 bis 200 mg pro Tag verabreicht. Die Einnahme erfolgt morgens, da der leicht antriebssteigernde Effekt den Schlaf stören könnte, wenn man die Tablette abends einnimmt.
In der Regel beginnt man mit 50 mg und steigert bei Bedarf. Bei Patient:innen mit einer Leberinsuffizienz sollte die Dosis reduziert werden.
Nebenwirkungen von Sertralin
Sertralin verursacht die für SSRI typischen Nebenwirkungen:
Übelkeit — tritt bei etwa 10–30 % der Patient:innen in den ersten Tagen auf, lässt aber meist von selbst nach. Wenn die Übelkeit nicht von allein weggeht, sollte die Dosis reduziert werden.
Verzögerter Orgasmus — eine häufige, aber selten besprochene Nebenwirkung aller SSRI. Sie kann auch nach dem Absetzen noch anhalten (sogenannte PSSD, Post-SSRI Sexual Dysfunction).
Innere Unruhe — aufgrund der milden dopaminergen Wirkkomponente kann Sertralin etwas mehr Unruhe verursachen als andere SSRI.
Was Sertralin auszeichnet: Es ist weder dafür bekannt, eine relevante Gewichtszunahme zu verursachen, noch führt es zu einer QTc-Zeit-Verlängerung im EKG. Damit gilt es insgesamt als gut verträgliches SSRI — ein wichtiger Vorteil gegenüber Citalopram und Escitalopram, bei denen regelmäßige EKG-Kontrollen Pflicht sind.
Sinnvolle Kontrolluntersuchungen
Auch wenn Sertralin das EKG nicht beeinflusst, empfehle ich trotzdem regelmäßige Kontrollen. Vor Behandlungsbeginn und nach einem Monat sollten Blutbild, Elektrolyte, Kreatinin, Leberwerte, Schilddrüsenwerte, Vitamin D, Folsäure, ein Drogenscreening und ein EKG bestimmt werden. Im ersten Jahr quartalsweise ein EKG und Routinelabor, danach in längeren Abständen.
Mein persönliches Fazit
Sertralin ähnelt als SSRI dem Citalopram pharmakologisch, hat aber zusätzlich eine schwach dopaminerge Wirkung. Das kann einerseits eine Antriebssteigerung bedeuten, andererseits eine gewisse Unruhe verursachen. Da unter Sertralin keine Verlängerung der QTc-Zeit bekannt ist, kann es insbesondere für kardiologisch vorerkrankte Patient:innen eine sinnvolle Alternative zu Citalopram sein.
Ich kontrolliere aber auch unter Therapie mit Sertralin das EKG regelmäßig — sicher ist sicher.
Dieser Artikel basiert auf dem Kapitel zu Sertralin aus meinem Buch „Psychopharmakotherapie griffbereit“ (Thieme Verlag). Wenn du das Thema vertiefen möchtest, schau dir mein ausführliches Video an:
Du bereitest Dich auf die Facharztprüfung Psychiatrie & Psychotherapie vor? Du fragst Dich, wie das alles abläuft, was gefragt wird und wie Du die Antworten strukturieren kannst? Du hättest am liebsten ein ganz persönliches Coaching zur Vorbereitung? Dann bist Du hier genau richtig! Der Kurs ist zwar kein vollständiges Repetitorium, aber ich erkläre, was häufig gefragt wird, wie man die Antworten strukturieren kann und beantworte viele häufig gestellte Fragen auch beispielhaft im Kurs. Damit bist Du schon mal ganz gut auf den Ablauf vorbereitet! Den Kurs findest Du hier.
Pregabalin, vielen besser bekannt unter dem Handelsnamen Lyrica, ist eines der am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka in Deutschland. Ursprünglich als Antiepileptikum entwickelt, hat es sich in der Psychiatrie vor allem in der Behandlung der generalisierten Angststörung und neuropathischer Schmerzen etabliert. In diesem Artikel erkläre ich dir als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie alles, was du über Pregabalin wissen solltest: Wie es wirkt, wie es dosiert wird, welche Nebenwirkungen auftreten können und warum das Thema Abhängigkeit so wichtig ist.
Zu Pregabalin habe ich auch ein ausführliches Video auf meinem YouTube-Kanal gemacht. Schau es dir hier an:
Was ist Pregabalin?
Pregabalin gehört chemisch zu den Derivaten der Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Es ist ein Analogon des Neurotransmitters GABA, wirkt aber pharmakologisch nicht direkt am GABA-Rezeptor. Stattdessen bindet Pregabalin an die α2-δ-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle im zentralen Nervensystem. Dadurch wird die Freisetzung verschiedener erregender Neurotransmitter wie Glutamat, Noradrenalin und Substanz P reduziert.
Diese Wirkung erklärt das breite Einsatzspektrum von Pregabalin: Es wirkt anxiolytisch (angstlösend), analgetisch (schmerzlindernd) und antikonvulsiv (gegen Krampfanfälle). Pregabalin ist dabei potenter als das verwandte Gabapentin und wird in niedrigeren Dosierungen eingesetzt.
Zugelassene Indikationen von Pregabalin
Pregabalin ist in Deutschland für folgende Indikationen zugelassen:
Generalisierte Angststörung (GAD): Pregabalin ist eines der wenigen Medikamente mit einer expliziten Zulassung für die generalisierte Angststörung bei Erwachsenen. Es wirkt relativ schnell anxiolytisch, oft schon innerhalb der ersten Behandlungswoche.
Neuropathische Schmerzen: Pregabalin ist zugelassen zur Behandlung peripherer und zentraler neuropathischer Schmerzen, zum Beispiel bei diabetischer Polyneuropathie oder nach Herpes Zoster.
Epilepsie: Als Zusatztherapie bei partiellen epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung.
Dosierung von Pregabalin
Die Dosierung von Pregabalin unterscheidet sich je nach Indikation:
Bei der generalisierten Angststörung: Die Anfangsdosis beträgt in der Regel 150 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Einzelgaben. Die Dosis kann nach einer Woche auf 300 mg/Tag gesteigert werden. Die Maximaldosis liegt bei 600 mg/Tag, wobei in der Praxis Dosierungen zwischen 150 und 300 mg/Tag am häufigsten eingesetzt werden.
Bei neuropathischen Schmerzen: Auch hier beginnt man typischerweise mit 150 mg/Tag und steigert bei Bedarf auf 300 bis 600 mg/Tag.
Bei Epilepsie: Die Anfangsdosis beträgt 150 mg/Tag als Zusatztherapie, die Höchstdosis liegt bei 600 mg/Tag.
Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis reduziert werden, da Pregabalin renal ausgeschieden wird.
Nebenwirkungen von Pregabalin
Die häufigsten Nebenwirkungen von Pregabalin sind:
Schwindel und Benommenheit: Die mit Abstand häufigsten Nebenwirkungen, besonders zu Beginn der Therapie. Sie bessern sich meist innerhalb der ersten Behandlungswochen.
Müdigkeit und Schläfrigkeit: Viele Patienten berichten über eine deutliche Sedierung, besonders bei höheren Dosierungen.
Gewichtszunahme: Ein relevantes Problem bei der Langzeittherapie. Pregabalin kann den Appetit steigern und zu einer spürbaren Gewichtszunahme führen.
Periphere Ödeme: Wassereinlagerungen, besonders in den Beinen, treten bei einem Teil der Patienten auf.
Konzentrationsstörungen: Einige Patienten berichten über Schwierigkeiten bei der Konzentration und ein Gefühl von „Benebeltheit“.
Mundtrockenheit und Verstopfung: Diese Nebenwirkungen kommen vor, sind aber meist gut beherrschbar.
Seltene, aber ernst zu nehmende Nebenwirkungen umfassen Sehstörungen (verschwommenes Sehen), Herzinsuffizienz bei vorbestehender Herzschwäche und in Einzelfällen Angioödeme.
Pregabalin und Suchtpotenzial
Ein besonders wichtiges Thema bei Pregabalin ist das Abhängigkeitspotenzial. Pregabalin wurde zunächst als sichere Alternative zu Benzodiazepinen beworben, da es nicht direkt am GABA-Rezeptor wirkt. Inzwischen ist jedoch klar, dass Pregabalin durchaus ein relevantes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial hat.
Besonders gefährdet sind Patienten mit einer Vorgeschichte von Substanzabhängigkeit. In höheren Dosierungen kann Pregabalin einen euphorisierenden Effekt erzeugen, der dem von Benzodiazepinen oder Alkohol ähnelt. Auf dem Schwarzmarkt wird Pregabalin teilweise gezielt als Rauschdroge gehandelt.
Beim Absetzen von Pregabalin nach längerer Einnahme können Entzugssymptome auftreten, darunter Schlafstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Angst und Schwitzen. Das Absetzen sollte daher immer ausschleichend über mindestens eine Woche erfolgen, bei längerer Einnahmedauer entsprechend langsamer.
Pregabalin bei der generalisierten Angststörung
Die generalisierte Angststörung ist die Hauptindikation von Pregabalin in der Psychiatrie. Die Leitlinien empfehlen als Therapie der ersten Wahl bei Angststörungen zunächst kognitive Verhaltenstherapie. Wenn eine medikamentöse Behandlung nötig wird, sind SSNRI (wie Venlafaxin) oder SSRI (wie Escitalopram) die Mittel der ersten Wahl.
Pregabalin kommt typischerweise dann zum Einsatz, wenn Antidepressiva nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen werden. Der Vorteil von Pregabalin gegenüber Antidepressiva liegt im schnelleren Wirkeintritt: Während SSRI und SSNRI erst nach 2 bis 4 Wochen ihre volle Wirkung entfalten, kann Pregabalin die Angst oft schon in der ersten Woche spürbar lindern.
Allerdings muss man bei Pregabalin im Vergleich zu den Antidepressiva das Abhängigkeitspotenzial bedenken. Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Substanzabhängigkeit sollte Pregabalin nur mit besonderer Vorsicht und unter engmaschiger Kontrolle eingesetzt werden.
Wechselwirkungen
Pregabalin hat vergleichsweise wenige pharmakokinetische Wechselwirkungen, da es nicht über das Cytochrom-P450-System verstoffwechselt wird und kaum an Plasmaproteine bindet. Pharmakodynamisch ist jedoch Vorsicht geboten bei der Kombination mit anderen zentral dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen, Opioiden oder Alkohol. Diese Kombinationen können zu einer verstärkten Sedierung und in schweren Fällen zu einer Atemdepression führen.
Mein persönliches Fazit
Pregabalin ist ein wirksames Medikament mit einem breiten Einsatzspektrum. In der Psychiatrie schätze ich es vor allem bei der generalisierten Angststörung, wenn Antidepressiva allein nicht ausreichen. Der schnelle Wirkeintritt ist ein echter Vorteil für Patienten, die unter starker Angst leiden.
Gleichzeitig nehme ich das Abhängigkeitspotenzial sehr ernst. Ich verschreibe Pregabalin nicht leichtfertig und bespreche mit jedem Patienten offen die Risiken. Bei Patienten mit einer Suchtvorgeschichte setze ich es nur in Ausnahmefällen ein.
Wenn Pregabalin indiziert ist und verantwortungsvoll verschrieben wird, kann es vielen Patienten eine erhebliche Erleichterung bringen. Wichtig ist eine sorgfältige Patientenauswahl, eine klare Therapievereinbarung und eine regelmäßige Überprüfung, ob die Behandlung noch nötig ist.
Wenn Du ihn noch nicht absolviert hast, Du aber auf einer geschlossenen Station oder im Bereitschaftsdienst einer psychiatrischen Klinik arbeitest, dann guck ihn Dir hier mal an!
Ich habe einen neuen Videokurs veröffentlicht, und dieses mal richtet er sich an jede und jeden, der Antidepressiva einnimmt, überlegt, einzunehmen oder verschreibt.
Ich stelle ganz ausführlich dar, bei welchen Krankheiten der Nutzen der Antidepressiva wie hoch ist, auch im Vergleich zur Psychotherapie, und was man sich also erwarten kann.
Und ich stelle einige Nachteile der Antidepressiva dar, insbesondere gehe ich ausführlich auf das Absetzsyndrom ein.
Am Ende des Kurses kannst Du Dir hoffentlich ein besseres Bild davon machen, ob die Vorteile in bestimmten Situationen die Nachteile überwiegen oder nicht.
Einen kurzen Trailer zum Kurs habe ich hier veröffentlicht:
Click diesen link zur kostenlosen Vorschau und Einleitung des Kurses.
Duloxetin (Handelsname Cymbalta®) ist ein Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) und gehört damit zur selben Wirkstoffklasse wie Venlafaxin. Es wurde 2004 zunächst zur Behandlung von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie und Belastungsharninkontinenz zugelassen; später folgten die Zulassungen für Depressionen und die generalisierte Angststörung. Seit 2014 ist Duloxetin als Generikum erhältlich. Viele suchen nach Erfahrungen mit Duloxetin – wie es wirkt, wie es dosiert wird und wie es sich von Venlafaxin unterscheidet. Genau darum geht es hier.
Pharmakologie
Duloxetin ist ein Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI). In geringerem Ausmaß hemmt es auch bestimmte Dopaminrezeptoren. Im Vergleich zu Venlafaxin zeigt Duloxetin bereits bei niedrigeren Dosierungen eine noradrenerge Wirkkomponente, während Venlafaxin erst ab etwa 225 mg/Tag eine relevante Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung entfaltet.
Klinischer Einsatz
Viele Ärzte betrachten Duloxetin als einen etwas nebenwirkungsärmeren Nachfolger des Venlafaxins. Es gehört als SSNRI pharmakologisch in dieselbe Untergruppe, hat aber bei höheren Dosierungen erfahrungsgemäß etwas weniger Nebenwirkungen. Duloxetin wird eingesetzt bei:
Depressionen — insbesondere bei Depressionen mit somatischen Beschwerden und Somatisierungsstörungen
Schmerzbehandlung — Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie (ursprüngliche Zulassung), außerdem häufig eingesetzt bei begleitenden Schmerzsyndromen
Belastungsharninkontinenz bei Frauen
Pharmakologisch gibt es keinen überzeugenden Grund, warum Duloxetin bei Somatisierungsstörungen und Schmerzen wirksamer sein sollte als andere SSNRI. Die breite Vermarktung in diesem Bereich hat aber dazu geführt, dass es hier besonders häufig eingesetzt wird.
Raucher: Die Blutspiegel können um bis zu 50 % reduziert sein — hier kann eine Dosisanpassung erforderlich werden
Nebenwirkungen
Duloxetin kann wie alle SSNRI unter anderem Übelkeit, andere gastrointestinale Beschwerden, Unruhe und sexuelle Dysfunktion verursachen. Im Vergleich zu Venlafaxin treten diese Nebenwirkungen — insbesondere Unruhe und Getriebenheit — nach meiner Erfahrung etwas seltener auf. Die Patienten sind daher mit der Behandlung häufig spürbar zufriedener.
Vor allem bei plötzlichem Absetzen kann es zu typischen Absetzsymptomen kommen. Duloxetin sollte daher immer schrittweise ausgeschlichen werden.
Mein persönliches Fazit
Obwohl Duloxetin seit 2014 als Generikum erhältlich ist, ist es gegenwärtig immer noch deutlich teurer als Venlafaxin. Allerdings verursacht es meiner Erfahrung nach im höheren Dosisbereich weniger Nebenwirkungen, insbesondere weniger Unruhe und Getriebenheit als Venlafaxin.
Ich verordne oft als Startdosis 30 mg/Tag, die ich nach 3 Tagen auf 60 mg/Tag steigere. 90 mg verordne ich eher bei schweren Depressionen und Angststörungen. Die zugelassene Höchstdosis von 120 mg/Tag vermeide ich für die langfristige Behandlung, da unter dieser Dosis Unruhe und Getriebenheit häufig sind.
Zu Beginn der Behandlung mit Duloxetin, insbesondere nach etwa 2 Wochen, erfrage ich sehr engmaschig und ausführlich suizidale Impulse.
Häufige Fragen zu Duloxetin (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Duloxetin und Venlafaxin?
Beide sind SSNRI. Duloxetin wirkt schon bei niedrigeren Dosen noradrenerg, während Venlafaxin die Noradrenalin-Wiederaufnahme erst ab etwa 225 mg/Tag relevant hemmt. In höheren Dosen verursacht Duloxetin nach meiner Erfahrung etwas weniger Unruhe und Getriebenheit.
Wie lange dauert es, bis Duloxetin wirkt?
Wie bei anderen Antidepressiva setzt die stimmungsaufhellende Wirkung meist nach zwei bis vier Wochen ein. Gerade in den ersten zwei Wochen sollte engmaschig auf suizidale Impulse geachtet werden.
Hilft Duloxetin gegen Schmerzen?
Ja, Duloxetin ist zur Behandlung von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie zugelassen und wird häufig bei begleitenden Schmerzsyndromen eingesetzt.
Kann man Duloxetin einfach absetzen?
Besser nicht abrupt. Vor allem bei plötzlichem Absetzen können typische Absetzsymptome auftreten. Duloxetin sollte immer schrittweise ausgeschlichen werden.
Macht Duloxetin müde oder unruhig?
Eher unruhig – wie alle SSNRI kann es innere Unruhe und Getriebenheit verursachen, besonders bei höheren Dosen. Im Vergleich zu Venlafaxin ist dies aber meist etwas schwächer ausgeprägt.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Einnahme, Dosierung und Absetzen sollten immer mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.
Schreibt mal eure Erfahrungen mit Duloxetin auf. In welcher Dosis nehmt ihr es, wogegen, und wie kommt ihr mit den Nebenwirkungen zurecht? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Es ist soweit! Nach langer Vorbereitung mit den tollen Leuten von Amboss haben wir zusammen einen ausführlichen Videokurs zu psychiatrischen Notfällen gemacht! Im Videokurs erkläre ich zunächst ausführlich, welches grundsätzliche Verhalten bei psychiatrischen Notfällen sinnvoll ist. Danach erkläre ich anhand von praktischen Beispielen (Notfallsituationen inkl. PsychKG, Notfallsedierung etc., Suizidalität, Psychose, Delir, Alkoholintoxikation, Amphetaminintoxikation) wie man in diesen Situationen sicher und medizinisch zielgerichtet vorgeht. Dabei können alle Inhalte anhand des Amboss Online-Materials weiter vertieft werden. Wenn ihr den Kurs absolviert und den Abschlusstest bestanden habt, erhaltet ihr 17 CME Punkte! Schaut hier vorbei: go.amboss.com/psych-fortbildung
Ich habe mit Florentine vom Ruhepuls Podcast über das Fach Psychiatrie, seine Vorteile und Besonderheiten gesprochen. Ruhepuls ist der Thieme Podcast für Medizinstudierende und junge Ärzte:innen, aber auch alle anderen, die sich für Themen rund um den Einstieg in die Medizin interessieren. Beim PsychCast findet ihr einen kurzen Ausschnitt des Interviews sowie ein Thema, das drüben nicht im Podcast ist. Hört also am Besten erst diese Folge beim PsychCast an und wechselt dann rüber zum Ruhepuls-Podcast. Den „Ruhepuls“-Podcast findet ihr auf allen Podcast-Plattformen, bei Spotify beispielsweise hier: https://open.spotify.com/show/27fhhuRQIOQicXKj1UdCPV