Duloxetin (Handelsname Cymbalta®) ist ein Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) und gehört damit zur selben Wirkstoffklasse wie Venlafaxin. Es wurde 2004 zunächst zur Behandlung von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie und Belastungsharninkontinenz zugelassen; später folgten die Zulassungen für Depressionen und die generalisierte Angststörung. Seit 2014 ist Duloxetin als Generikum erhältlich. Viele suchen nach Erfahrungen mit Duloxetin – wie es wirkt, wie es dosiert wird und wie es sich von Venlafaxin unterscheidet. Genau darum geht es hier.
Pharmakologie
Duloxetin ist ein Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI). In geringerem Ausmaß hemmt es auch bestimmte Dopaminrezeptoren. Im Vergleich zu Venlafaxin zeigt Duloxetin bereits bei niedrigeren Dosierungen eine noradrenerge Wirkkomponente, während Venlafaxin erst ab etwa 225 mg/Tag eine relevante Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung entfaltet.
Klinischer Einsatz
Viele Ärzte betrachten Duloxetin als einen etwas nebenwirkungsärmeren Nachfolger des Venlafaxins. Es gehört als SSNRI pharmakologisch in dieselbe Untergruppe, hat aber bei höheren Dosierungen erfahrungsgemäß etwas weniger Nebenwirkungen. Duloxetin wird eingesetzt bei:
- Depressionen — insbesondere bei Depressionen mit somatischen Beschwerden und Somatisierungsstörungen
- Generalisierte Angststörung — zugelassene Indikation
- Schmerzbehandlung — Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie (ursprüngliche Zulassung), außerdem häufig eingesetzt bei begleitenden Schmerzsyndromen
- Belastungsharninkontinenz bei Frauen
Pharmakologisch gibt es keinen überzeugenden Grund, warum Duloxetin bei Somatisierungsstörungen und Schmerzen wirksamer sein sollte als andere SSNRI. Die breite Vermarktung in diesem Bereich hat aber dazu geführt, dass es hier besonders häufig eingesetzt wird.
Dosierung
- Angststörungen: empfohlene Startdosis 30 mg/Tag
- Depressionen: empfohlene Startdosis 60 mg/Tag
- Erhaltungsdosis: 60 mg/Tag
- Höchstdosis: 120 mg/Tag (bei unzureichender Wirksamkeit schrittweise Steigerung möglich)
- Raucher: Die Blutspiegel können um bis zu 50 % reduziert sein — hier kann eine Dosisanpassung erforderlich werden
Nebenwirkungen
Duloxetin kann wie alle SSNRI unter anderem Übelkeit, andere gastrointestinale Beschwerden, Unruhe und sexuelle Dysfunktion verursachen. Im Vergleich zu Venlafaxin treten diese Nebenwirkungen — insbesondere Unruhe und Getriebenheit — nach meiner Erfahrung etwas seltener auf. Die Patienten sind daher mit der Behandlung häufig spürbar zufriedener.
Vor allem bei plötzlichem Absetzen kann es zu typischen Absetzsymptomen kommen. Duloxetin sollte daher immer schrittweise ausgeschlichen werden.
Mein persönliches Fazit
Obwohl Duloxetin seit 2014 als Generikum erhältlich ist, ist es gegenwärtig immer noch deutlich teurer als Venlafaxin. Allerdings verursacht es meiner Erfahrung nach im höheren Dosisbereich weniger Nebenwirkungen, insbesondere weniger Unruhe und Getriebenheit als Venlafaxin.
Ich verordne oft als Startdosis 30 mg/Tag, die ich nach 3 Tagen auf 60 mg/Tag steigere. 90 mg verordne ich eher bei schweren Depressionen und Angststörungen. Die zugelassene Höchstdosis von 120 mg/Tag vermeide ich für die langfristige Behandlung, da unter dieser Dosis Unruhe und Getriebenheit häufig sind.
Zu Beginn der Behandlung mit Duloxetin, insbesondere nach etwa 2 Wochen, erfrage ich sehr engmaschig und ausführlich suizidale Impulse.
Häufige Fragen zu Duloxetin (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Duloxetin und Venlafaxin?
Beide sind SSNRI. Duloxetin wirkt schon bei niedrigeren Dosen noradrenerg, während Venlafaxin die Noradrenalin-Wiederaufnahme erst ab etwa 225 mg/Tag relevant hemmt. In höheren Dosen verursacht Duloxetin nach meiner Erfahrung etwas weniger Unruhe und Getriebenheit.
Wie lange dauert es, bis Duloxetin wirkt?
Wie bei anderen Antidepressiva setzt die stimmungsaufhellende Wirkung meist nach zwei bis vier Wochen ein. Gerade in den ersten zwei Wochen sollte engmaschig auf suizidale Impulse geachtet werden.
Hilft Duloxetin gegen Schmerzen?
Ja, Duloxetin ist zur Behandlung von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie zugelassen und wird häufig bei begleitenden Schmerzsyndromen eingesetzt.
Kann man Duloxetin einfach absetzen?
Besser nicht abrupt. Vor allem bei plötzlichem Absetzen können typische Absetzsymptome auftreten. Duloxetin sollte immer schrittweise ausgeschlichen werden.
Macht Duloxetin müde oder unruhig?
Eher unruhig – wie alle SSNRI kann es innere Unruhe und Getriebenheit verursachen, besonders bei höheren Dosen. Im Vergleich zu Venlafaxin ist dies aber meist etwas schwächer ausgeprägt.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Einnahme, Dosierung und Absetzen sollten immer mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.
Schreibt mal eure Erfahrungen mit Duloxetin auf. In welcher Dosis nehmt ihr es, wogegen, und wie kommt ihr mit den Nebenwirkungen zurecht? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2026
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Ich persönlich empfinde die SSRI und SSNRI bei akuter Suizidalität und generell melancholisch und negativen Depressionen als extrem schlimm. Ich konnte darauf nie schlafen, halt wirklich gar nicht und mein Fokus auf Suizidale Ideation und Melancholie wurde nur schlimmer
Ist natürlich nur meine Meinung also wer sein SSrI oder SSNRI mag der kann das gerne nehmen
Mich würde interessieren warum Phenelzine im Vergleich zu allen anderen AD mit vlt Ausnahme von Mirtazapin und Trizyklika so viel beruhigender wirkt. Es gibt leider echt wenig Info über MAO Hemmer by the way echt sehr sehr schade
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Triazolam und Brotizolam und Alprazolam also Benzos, aber wirklich ausführlich gerade auch im Neurologischen Vergleich zu Pentobarbital bspw.
Auch echt interessant wäre Clozapin und auch was sie von Blonanserin aus Japan halten kaum EPMS und Gewichtszunahme aber hier ich zugelassen
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