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Lorazepam: Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen

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Lorazepam: Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen

Lorazepam ist das Benzodiazepin, das ich in der Klinik am häufigsten verordne — und gleichzeitig das Medikament, bei dem ich am genauesten hinschaue, wie lange ich dabei bleibe. Es wirkt schnell, zuverlässig und berechenbar gegen Angst, Anspannung und Erregung. Genau diese Verlässlichkeit macht es zu einem Medikament mit einem echten Abhängigkeitsrisiko. Zu diesem Thema ist jetzt mein neues Video online — darunter steht alles noch einmal zum Nachlesen.

Was ist Lorazepam?

Lorazepam gehört zur Gruppe der Benzodiazepine, umgangssprachlich oft „Beruhigungsmittel“ oder „Tranquilizer“ genannt. In Deutschland ist es unter mehreren Handelsnamen im Handel, z.B. Tavor®, Tolid®, Laubeel®, Lorazepam-neuraxpharm® und Lorazepam-ratiopharm®. Besonders bekannt sind die Schmelztabletten (Lorazepam Expidet), die sich auf der Zunge auflösen und deshalb auch dann gegeben werden können, wenn man genau sehen möchte, ob das Medikament auch wirklich eingenommen worden ist.

Es gibt Lorazepam als Tablette in 0,5 mg, 1 mg und 2,5 mg, als Schmelztablette in 1 mg und 2,5 mg sowie als Injektionslösung für den Notfall.

Wie wirkt Lorazepam?

Lorazepam verstärkt die Wirkung von GABA, dem wichtigsten dämpfenden Botenstoff im Gehirn. Es bremst nicht selbst — es macht das Bremspedal empfindlicher. Daraus ergeben sich vier Effekte, die alle gleichzeitig auftreten und sich nur über die Dosis unterschiedlich stark gewichten lassen:

  • angstlösend — stark und schnell, der Effekt, auf den es meistens ankommt
  • beruhigend und schlaffördernd — angenehm, aber man gewöhnt sich schnell daran
  • muskelentspannend — weniger als Diazepam, verstärkt dennoch die Sturzgefahr
  • krampflösend — wirksam auch im Status epilepticus

Ein praktisch wichtiger Punkt: Lorazepam wird in der Leber nicht über das Cytochrom-P450-System abgebaut, sondern direkt glucuronidiert. Das bedeutet zwei Dinge. Erstens gibt es kaum Wechselwirkungen über den Leberstoffwechsel. Zweitens ist Lorazepam auch bei eingeschränkter Leberfunktion und bei älteren Menschen besser steuerbar als viele andere Benzodiazepine. Es entstehen keine aktiven Abbauprodukte, die sich anreichern könnten.

Gute und schlechte Indikationen

Im Video sortiere ich die Indikationen in drei Gruppen, und diese Einteilung ist für mich der Kern des ganzen Themas.

Gute Indikationen: psychotische Angst, agitierte Depression, Alkoholentzug bei Leberinsuffizienz. Dazu der Status epilepticus als Notfallmedikament, katatone Zustände und die Prämedikation vor Eingriffen.

Zeitlich begrenzt akzeptabel: Panikattacken, Schlafstörungen bei Manie, Erregungszustände.

Schlechte Indikationen: chronische Insomnie, Angststörungen als Dauerbehandlung, psychosomatische Beschwerden.

Was Lorazepam nicht ist: eine Behandlung der Grunderkrankung. Es nimmt die Angst, aber es behandelt weder die Depression noch die Angsterkrankung noch die Psychose dahinter. Es ist ein gutes Medikament für eine Woche und ein schlechtes für ein Jahr. Deshalb gehört zu jeder Lorazepam-Verordnung von Anfang an die Frage, was die eigentliche Behandlung ist und wann sie greift.

Dosierung von Lorazepam

Die übliche Einzeldosis liegt bei 0,5 bis 2,5 mg. In der Praxis sind 0,5–1 mg die Dosis, mit der ich am häufigsten anfange. Bei ausgeprägter Erregung gebe ich 2,5 mg, bei älteren Menschen eher 0,5 mg. Die Tageshöchstdosis liegt für kurze Zeit bei etwa 7,5 mg, in der Behandlung katatoner Zustände wird deutlich darüber hinausgegangen.

  • Alkoholentzug: nach Symptomschwere, meist zwischen 0,5 und 4 mg am Tag
  • Manie: oft zwischen 1 und 4 mg am Tag
  • Akute Psychose mit panischer Angst: am ersten Tag manchmal 7,5 mg

Zur Einordnung: 1 mg Lorazepam entspricht etwa 10 mg Diazepam. Lorazepam ist also pro Milligramm ein starkes Benzodiazepin — ein wichtiger Punkt, wenn man von einem Präparat auf ein anderes umstellt. Die vollständigen Umrechnungsfaktoren findest Du in meiner Benzodiazepin-Umrechnungstabelle.

Drei typische Verläufe

Im Video zeige ich die Dosierung nicht als Zahl, sondern als Verlauf über die Tage und Wochen. Das ist der Punkt, an dem man sieht, was „Überbrückung“ eigentlich heißt.

Akute Psychose mit starker Angst: Am ersten Tag 7,5 mg Lorazepam und 1 mg Risperidon. Dann geht das Lorazepam schnell herunter — Tag 3 noch 3 mg, Tag 5 noch 2 mg, ab Tag 8 nur noch 0,5 mg, Tag 10 null. Das Risperidon geht in derselben Zeit von 1 auf 3 mg hoch. Die beiden Kurven kreuzen sich etwa an Tag 4. Genau das ist der Gedanke: Das Benzodiazepin trägt die Zeit, bis das Antipsychotikum wirkt.

Angststörung mit Panikattacken: In Woche 1 noch 2 mg Lorazepam, Woche 2 einen Milligramm, Woche 3 ein halbes, Woche 4 null. Parallel dazu Sertralin von 25 mg auf 100 mg. Die 25 mg am Anfang sind bewusst niedrig, weil ein SSRI bei Panikstörung die Angst zu Beginn verstärken kann — genau deshalb braucht es die Überbrückung, und genau deshalb darf sie enden.

Erregungszustand: Am ersten Tag 2,5 mg, danach null. Manchmal ist es wirklich nur ein Tag.

Wie schnell wirkt Lorazepam — und wie lange?

Als Tablette wirkt Lorazepam nach etwa 20 bis 45 Minuten. Der Blutspiegel erreicht seinen Höhepunkt aber erst deutlich später, nach gut zwei Stunden. Die Halbwertszeit liegt bei 12 bis 16 Stunden — länger, als die meisten denken. Das ist der entscheidende Unterschied zu sehr kurz wirksamen Benzodiazepinen: Lorazepam hält lange genug, um über eine schwierige Nacht zu tragen, ohne sich wie Diazepam über Tage anzureichern. Praktisch heißt das aber auch: Wer abends 1 mg nimmt, hat am nächsten Vormittag noch relevante Spiegel. Müdigkeit und Konzentrationsprobleme am Folgetag sind keine Einbildung.

Der Expidet-Mythos

Bei der Schmelztablette (Lorazepam Expidet) denken viele, sie wirke schneller, weil der Wirkstoff ja über die Mundschleimhaut aufgenommen werde. Das ist ein Trugschluss. Zwar löst sich das Plättchen im Mund innerhalb von Sekunden auf — der Wirkstoff wird dann aber mit dem Speichel geschluckt und ganz normal über Magen und Dünndarm aufgenommen. Die Schmelztablette wirkt also nicht nach fünf Minuten, sondern genauso schnell wie die geschluckte Tablette. Ihr praktischer Nutzen liegt woanders: Man sieht, dass sie wirklich eingenommen wurde, und sie funktioniert auch bei jemandem, der gerade nicht schlucken mag.

Die Frage ist gut untersucht, und zwar in einer Arbeit, die schon 1982 sehr sorgfältig gemacht wurde. Greenblatt und Kollegen gaben zehn gesunden Freiwilligen jeweils 2 mg Lorazepam — in zufälliger Reihenfolge auf fünf verschiedenen Wegen, jeweils mit 48 Stunden Blutspiegelmessung.1 Wenn die Aufnahme über die Mundschleimhaut tatsächlich schneller wäre, müssten sich die Wege deutlich unterscheiden. Sie tun es nicht:

Gabe von 2 mg LorazepamSpitzenspiegel nachResorptions-HalbwertszeitBioverfügbarkeit
Tablette geschluckt2,37 h32,5 min99,8 %
Tablette unter die Zunge2,35 h28,5 min94,1 %
Sublingual-Tablette2,25 h28,7 min98,2 %
Spritze in den Muskel1,15 h14,2 min95,9 %
Nach Greenblatt et al. 1982, zehn gesunde Probanden, je 2 mg Lorazepam.

Zwischen der geschluckten Tablette und der eigens für die sublinguale Gabe entwickelten Tablette liegen sieben Minuten — ein Unterschied, der statistisch nicht bedeutsam war. Wirklich schneller war nur die Spritze in den Muskel. Eine Einschränkung gehört dazu: Untersucht wurden Tabletten, nicht das Gefriertrocknungs-Plättchen, das heute als Lorazepam Expidet im Handel ist. Aber die Annahme, auf der die Erwartung beruht, hält schon bei einer Tablette nicht stand, die genau dafür gebaut wurde.

Nebenwirkungen von Lorazepam

  • Müdigkeit und Benommenheit, besonders am Folgetag — die Wirkung reicht in den nächsten Tag hinein
  • Verlangsamtes Denken und Reaktionsvermögen
  • Muskelschwäche und Gangunsicherheit — bei älteren Menschen die häufigste Ursache für Stürze und Oberschenkelhalsbrüche, dazu Verwirrtheit und Delir
  • Anterograde Amnesie: Neue Erinnerungen werden nicht richtig abgespeichert. Man ist da, man redet — und am nächsten Tag fehlt das Stück
  • Atemdepression, besonders in Kombination mit Alkohol oder Opioiden

Eine Besonderheit sind paradoxe Reaktionen: Statt ruhiger werden Betroffene enthemmt, unruhig oder aggressiv. Das kommt selten vor, aber gehäuft bei älteren, dementen oder hirnorganisch vorgeschädigten Menschen und bei Kindern. Wenn ein Patient nach Lorazepam agitierter ist als vorher, ist die Antwort nicht mehr Lorazepam.

Zur Fahrtüchtigkeit: Bei Aufdosierung und hohen Dosierungen besteht keine Fahrtüchtigkeit — auch am Morgen nach einer abendlichen Einnahme nicht, und unabhängig davon, wie wach Du Dich fühlst.

Abhängigkeit: die wichtigste Frage bei Lorazepam

Benzodiazepine machen abhängig. Das ist keine theoretische Möglichkeit, sondern der Regelfall bei längerer Einnahme. Zuerst entsteht eine Toleranz: Die gleiche Dosis wirkt weniger. Am Anfang nimmt man es, um es besser zu haben — nach Wochen nimmt man es, um es nicht schlechter zu haben. Die Dosis bleibt gleich, der Grund ändert sich. Dann entsteht eine körperliche Abhängigkeit: Beim Weglassen kommen Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwitzen und Zittern — oft stärker als die Beschwerden, wegen derer man angefangen hat.

Genau hier liegt die Falle. Der Entzug fühlt sich an wie ein Rückfall in die alte Erkrankung. Viele Menschen schließen daraus, dass sie das Medikament eben doch brauchen — und bleiben dabei. Aber das ist nicht die alte Angst. Das ist der Entzug, und er geht vorbei.

Niedrigdosisabhängigkeit

Das Tückische an der Abhängigkeit ist, dass sie nicht so aussieht, wie man sie sich vorstellt. Die meisten steigern die Dosis nie. Eine halbe Tablette am Abend, seit drei Jahren, immer dieselbe Menge — und trotzdem geht es nicht mehr ohne. Das ist die häufigste Form und die, die am längsten übersehen wird.

Als Orientierung halte ich mich an vier Regeln: klare Indikation — es muss einen benennbaren Grund geben. Kleinste wirksame Dosis — so wenig wie möglich, nicht so viel wie erlaubt. Kurze Anwendung — als Faustregel maximal vier Wochen. Kein abruptes Absetzen — immer ausschleichen, immer begleitet.

Eine ehrliche Einschränkung: Es gibt Situationen, in denen eine niedrig dosierte Dauertherapie die bessere aller schlechten Optionen ist — etwa bei sehr alten Menschen, die seit Jahrzehnten eine kleine Dosis nehmen. Aber dann ist in der Regel Lorazepam nicht die beste Wahl unter allen Benzodiazepinen. Darüber habe ich ausführlicher geschrieben unter Benzos niedrigdosiert: Kann ich dabei bleiben?

Wie setzt man Lorazepam wieder ab?

Nach längerer Einnahme nie abrupt. Das könnte Krampfanfälle und Delire auslösen. Und es würde oft zu so starker Angst und Unruhe führen, dass niemand das durchhält. Das Vorgehen, das sich bewährt hat:

  1. Umstellung auf ein langwirksames Benzodiazepin, meistens Diazepam, in äquivalenter Dosis. Die längere Halbwertszeit glättet die Spiegelschwankungen und macht das Ausschleichen erträglicher.
  2. Reduktion um etwa 10 bis 25 Prozent der aktuellen Dosis alle ein bis zwei Wochen.
  3. Am Ende langsamer werden. Die letzten Milligramm sind fast immer die schwersten.
  4. Unter 1 mg wird es praktisch: Die kleinste Tablette hat 0,5 mg, feiner geht es damit nicht. Für die Endphase braucht man deshalb Lorazepam-Tropfen oder den Umstieg auf Diazepam.
  5. Parallel dazu die eigentliche Behandlung aufbauen — Psychotherapie, ein Antidepressivum, geregelter Schlaf. Sonst bleibt eine Lücke, die sich wieder füllen wird.

Wichtig: Der Zeitplan richtet sich nach dem Menschen, nicht nach dem Kalender. Fang nicht mitten in einer Lebenskrise an. Bind Deine Hausärztin oder Deinen Psychiater vorher ein, nicht hinterher. Ein Ausschleichen über sechs Monate ist kein Scheitern, sondern oft der einzige Weg, der hält. Und Rückschläge sind normal.

Wechselwirkungen

Weil Lorazepam nicht über Cytochrom P450 abgebaut wird, sind pharmakokinetische Wechselwirkungen selten. Relevant ist die pharmakodynamische Ebene, also die Verstärkung der dämpfenden Wirkung:

  • Alkohol — die häufigste Kombination, und eine gefährliche
  • Opioide — deutlich erhöhtes Risiko für Atemdepression. Das ist keine Interaktion im engeren Sinn: Die Dämpfung der Atmung addiert sich einfach. Daran sterben Menschen
  • Andere sedierende Medikamente wie Antipsychotika, sedierende Antidepressiva, Antihistaminika, Clozapin

Lorazepam bei älteren Menschen

Lorazepam ist wegen der fehlenden aktiven Metaboliten im Alter besser steuerbar als Diazepam. Trotzdem gilt: Benzodiazepine stehen bei älteren Menschen auf den Listen der potenziell ungeeigneten Medikamente, und zwar zu Recht. Sturzgefahr, Verwirrtheit und paradoxe Reaktionen nehmen mit dem Alter deutlich zu. Bei Verdacht auf ein Delir ist ein Benzodiazepin in aller Regel nicht die richtige Antwort — mit Ausnahme des Alkoholentzugsdelirs, wo es genau richtig ist.

Wenn Du Angehörige oder Angehöriger bist: Wenn Dein Vater nach dem Krankenhausaufenthalt plötzlich „anders“ ist, lohnt der Blick auf den Medikamentenplan.

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft wird Lorazepam nur bei zwingender Indikation eingesetzt. Wird es kurz vor der Geburt gegeben, kann beim Neugeborenen ein Floppy-Infant-Syndrom auftreten: Muskelschwäche, Trinkschwäche, Temperaturregulationsstörungen, teils Entzugssymptome. Lorazepam geht in die Muttermilch über.

Wie ich Lorazepam im Alltag einsetze

Ich verordne Lorazepam regelmäßig — und zwar bewusst. Wenn jemand sich aus psychotisch bedingter Angst nicht mehr traut, das Zimmer zu verlassen, muss ich nicht warten, bis das Antipsychotikum nach zehn Tagen wirkt. Zur Überbrückung hilft Lorazepam in dieser Indikation Wunder.

Was ich dabei fast immer mache: Ich sage von Anfang an dazu, wie lange es gedacht ist, und ich schreibe ein Enddatum in den Behandlungsplan. Nicht als Drohung, sondern damit die Frage „und wann hören wir wieder auf?“ nicht erst nach sechs Monaten gestellt wird. Der Moment, in dem eine kurzfristige Verordnung zur Dauertherapie wird, ist fast nie eine Entscheidung. Er passiert einfach, wenn niemand hinschaut. Der Fehler passiert nicht bei der ersten Packung, sondern bei der zwanzigsten, die niemand mehr hinterfragt.

Häufige Fragen zu Lorazepam (FAQ)

Wie lange darf man Lorazepam nehmen?

Als Faustregel maximal vier Wochen. Danach steigt das Abhängigkeitsrisiko deutlich. Es gibt begründete Ausnahmen, aber die sollten eine bewusste gemeinsame Entscheidung sein und keine Gewohnheit.

Wie viel Diazepam entspricht 1 mg Lorazepam?

Etwa 10 mg Diazepam. Lorazepam ist pro Milligramm also rund zehnmal so stark.

Wie schnell wirkt Lorazepam?

Nach 20 bis 45 Minuten, der Blutspiegel erreicht seinen Gipfel nach gut zwei Stunden. Die Schmelztablette (Expidet) wirkt dabei nicht schneller als die normale Tablette. Die Halbwertszeit liegt bei 12 bis 16 Stunden.

Wirkt Lorazepam als Schmelztablette schneller als eine normale Tablette?

Nein. Das Plättchen löst sich zwar in Sekunden im Mund auf, der Wirkstoff wird aber mit dem Speichel geschluckt und ganz normal über den Darm aufgenommen. In der Untersuchung von Greenblatt und Kollegen war selbst eine eigens für die sublinguale Gabe entwickelte Tablette nur sieben Minuten schneller als die geschluckte — statistisch kein Unterschied.

Darf ich unter Lorazepam Alkohol trinken?

Nein. Beide Substanzen dämpfen das Atemzentrum, und die Wirkung addiert sich. Diese Kombination ist eine der häufigsten Ursachen für Zwischenfälle mit Benzodiazepinen.

Kann man Lorazepam einfach absetzen?

Nach wenigen Tagen Einnahme ja. Nach mehreren Wochen nein — dann muss ausgeschlichen werden, weil abruptes Absetzen Krampfanfälle auslösen kann.

Macht Lorazepam depressiv?

Benzodiazepine behandeln keine Depression und können bei längerer Einnahme depressive Symptome verstärken oder eine emotionale Abflachung erzeugen. Bei einer Depression ist Lorazepam allenfalls eine Überbrückung, nie die Behandlung.


Die Folien als PDF und ein Kapitel, das es auf YouTube nicht gibt

In meinem Videokurs „Psychopharmaka — Der PsychCast Videokurs“ gehe ich systematisch alle wichtigen Wirkstoffgruppen durch: realistische Wirkung, ehrliche Nebenwirkungen, konkrete Vorgehensweisen. Zu den Tranquilizern gibt es ein eigenes Kapitel — mit konkreten Verordnungsstrategien, Ausschleichplänen und der Frage, wann eine Dauertherapie vertretbar ist.

Die Folien dieses Videos kannst Du dort als PDF herunterladen. Und es gibt einen Abschnitt, den ich auf YouTube nicht unterbringe: den Lorazepam-Test bei Katatonie — wie er durchgeführt und beurteilt wird, warum die Dosen so hoch aussehen und welcher Fehler dabei teuer wird.

1 Greenblatt DJ, Divoll M, Harmatz JS, Shader RI. Pharmacokinetic comparison of sublingual lorazepam with intravenous, intramuscular, and oral lorazepam. J Pharm Sci 1982; 71: 248–252. Volltext ↩︎

Hinweis: Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Über Deine Medikation entscheidest Du gemeinsam mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

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Alle meine Beiträge nach der Systematik meines Buches sortiert findest Du unter Psychiatrie nach Themen. Auf meinem YouTube-Kanal erkläre ich Psychiatrie und Psychopharmakologie in über 350 Videos. Wenn Du Dein Wissen vertiefen möchtest, schau Dir meine Videokurse an. Mein Buch Psychopharmakotherapie griffbereit ist das Nachschlagewerk für die tägliche Praxis.

Ein Gedanke zu “Lorazepam: Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen”

  1. J. Read 5. Oktober 2026 / 20:39

    Bei einem Einnahmeschema Tavor 1mg von 1-1/2-1 kann man dann, wenn man die 1/2 Tablette zu Mittag zu schwach empfindet auf 1-1-1 wechseln und wenn einem das aber zu stark dämpft dann am nächsten Tag wieder auf 1-1/2-1 zurückgehen? Sind solche Sprünge 1/2 hoch und dann am nächsten Tag wieder 1/2 runter ein Risiko für Nebenwirkungen?

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