Bei einer Vergiftung weiß man in der Notfallsituation fast nie, womit. Deshalb arbeitet man nicht mit Substanzen, sondern mit Toxidromen — klinischen Syndromen, die zu einer ganzen Gruppe auslösender Substanzen passen und für die ersten therapeutischen Schritte ausreichen.
Sechs Parameter führen dabei in unter einer Minute zur Arbeitsdiagnose: Pupillen, Haut, Darmgeräusche, Temperatur, Vigilanz und Kreislauf. Zwei Merkregeln tragen am weitesten — enge Pupillen plus flache Atmung sind bis zum Beweis des Gegenteils ein Opioid, und trocken-heiß ist anticholinerg, während nass-heiß für sympathomimetisch oder serotonerg spricht.
Ausführlich behandele ich das Thema im Videokurs Psychopharmaka: die Toxidrom-Tabelle im Einzelnen, die Unterscheidung von serotonergem Syndrom, malignem neuroleptischem Syndrom und anticholinergem Delir, die Antidote mit ihren Tücken, was man heute nicht mehr macht — und was sich seit 2018 geändert hat: die neuen synthetischen Opioide, das rezeptfreie Naloxon-Nasenspray und die neue Rechtslage zu Lachgas und K.-o.-Tropfen. Das ist der Teil, der den Kurs ausmacht — und den ich dort aktuell halte.
Zum Videokurs Psychopharmaka →
Stand: 10.08.2026
Hinweis: Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Im Vergiftungsnotfall: 112 und das Giftinformationszentrum.
Entdecke mehr von PsychCast | Dr. Jan Dreher
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hi! Ich finde toxidrome sehr praktisch. Mittlerweile gibt es in Internet ja jede Menge Auflistungen, ähnlich wie diese. Leider vermisse ich dabei immer die Lithiumintoxikation, die für Psychiater ja durchaus relevant ist. Besteht die Chance, diese noch hinzufügen?